Bundesumweltministerium - Alte Seilschaften bei der Reaktoraufsicht
(11. Dezember 2009) Gerald Hennenhöfer wird Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium. Die Abteilung setzt die Sicherheitsanforderungen des Bundes gegenüber den Ländern und den vier großen KKW-Betreibern durch und ist zuständig für die Endlagerung.
Hennenhöfer hatte den Posten bereits unter Umweltministerin Angela Merkel inne, bevor ihn Nachfolger Jürgen Trittin in den einstweiligen Ruhestand versetzte. Danach war er Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik bei der Münchner Viag, die 2000 mit der Veba zu E.ON verschmolz.
Der frühere Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warf seinem Nachfolger Norbert Röttgen vor, einen Lobbyisten der Atomwirtschaft zum obersten Chef der Atomaufsicht gemacht zu haben. Die Benennung von Gerald Hennenhöfer zum Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit sei mehr als fahrlässig.
Dieser sei eher dafür da, alle Sicherheitsbedenken zur Seite zu schieben, die einer von der schwarz-gelben Koalition gewünschten KKW-Laufzeitverlängerung entgegen stünden.
Ähnliche Kritik äußerten auch Umweltverbände: Hennenhöfer habe sich in derselben Position schon unter Umweltministerin Merkel als Atom-Hardliner hervorgetan.