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Umwelt/Politik + Politik + Brennstoff Armut + Caritas Stromcheck

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Caritas Stromcheck

Stromspar-Check erfolgreich

(27. September 2010) Der bundesweit von der Caritas und den Energie- und Klimaschutzagenturen angebotene Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte ist noch erfolgreicher als gedacht.

Bezieher von Arbeitslosengeld II zahlten durchschnittlich 102 Euro weniger Stromkosten pro Jahr, die Empfänger von Wohngeld hätten ihre jährlichen Aufwendungen für Strom, Heizung und Warmwasser sogar um durchschnittlich 171 Euro reduzieren können.

Dies sind die zentralen Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des Projekts, die die Forschungsstelle Umweltpolitik der FU Berlin im Auftrag der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums vorgenommen hat. Die bisherigen Annahmen lagen rund 10% darunter.

Insgesamt bescheinigte die FU Berlin dem Stromspar-Check eine hohe Wirksamkeit für den Klimaschutz und eine große Breitenwirkung. Insgesamt 33.000 Bezieher von Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Sozialhilfe wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren von einem der rund 1500 Stromsparhelfer beraten und erhielten kostenlos Energiesparlampen, Steckerleisten, Wasserperlatoren und andere Hilfsmittel zur Senkung der Strom- und Wasserkosten.

Das Projekt soll 2011 fortgesetzt werden. Dazu würden weitere Geldgeber gesucht, hieß es. Für EVU sei der Stromspar-Check eine hervorragende Möglichkeit, mit dem Thema "Energieschulden" präventiv umzugehen und daher langwierige und kostspielige Mahnverfahren zu vermeiden.

Unterwegs im Zeichen des Sparschweins

Seit einem Jahr kämpft ein Heer von Stromsparhelfern an vorderster Front: Die Energieberater der Caritas haben mittlerweile in 60 Städten und Gemeinden 11.000 einkommensschwache Haushalte besucht.

(2. Januar 2010) Viele finanzschwache Haushalte haben ungewöhnlich hohe Stromkosten. Der Informationsstand rund ums Energiesparen ist oft niedrig, die Verschwendung enorm. Doch ausgerechnet die Betroffenen nutzen kaum klassische Beratungsangebote, etwa von Verbraucherzentralen. Mit Mitteln des Umweltministeriums werden diese Haushalte derzeit unter Federführung der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands energetisch saniert.

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Das lohnt sich sowohl für die Haushalte, denn auch die Empfänger von Arbeitslosengeld zahlen ihre Stromkosten selber. Darüber hinaus profitieren auch Städte und Kommunen, denn nach der Beratung sparen Betroffene in der Regel nicht nur Strom, sondern auch Wasser - und diese Kosten trägt die Gemeinde.

Die Stromsparhelfer

Jeder in das Projekt eingebundene Caritas-Standort beschäftigt in Kooperation mit den Jobcentern und Sozialverwaltungen eine gewisse Anzahl von Langzeitarbeitslosen, die zu Stromsparhelfern geschult wurden. Die fachliche Anleitung der etwa 600 Stromsparhelfer liegt in den Händen der regionalen Energieagenturen.

Als Trainer fungieren entweder eigene Mitarbeiter oder beauftragte Energieberater, etwa aus den Verbraucherzentralen. Die Stromsparhelfer erhalten etwa 60 Stunden fachlichen Unterricht zum Thema Energiesparen. Darüber hinaus bietet die Caritas ein 20-stündiges Kommunikationstraining an.

Anschließend erfolgt die praktische Einweisung. Zunächst begleitet der Trainer die frischgebackenen Energiesparhelfer, später führen sie den Check in Zweierteams durch. Die Stromsparhelfer kennen sich mit den Sorgen und Nöten einkommensschwacher Haushalte gut aus. Sie können deshalb Tipps und Ratschläge geben, die sich am realistischen Verbrauchsverhalten orientieren. Außerdem haben die Stromsparhelfer die Chance, sich zum zertifizierten Energieberater weiterzuqualifizieren, und können so in den regulären Arbeitsmarkt zurückfinden und einen interessanten und zukunftsfähigen Beruf erlangen.

Der Check in der Praxis

Der Stromspar-Check besteht aus zwei Hausbesuchen: einer Verbrauchsanalyse und einer Verbrauchsempfehlung. Beim ersten Termin erfassen die Energiespar-Checker den Ist-Zustand. Sie tragen dazu in ein Formular ein, welche elektrischen Geräte im Haushalt wie stark genutzt werden. Dabei kommen sämtliche Stromverbraucher auf den Prüfstand. Auch die Warmwasserbereitung ist relevant, wenn sie mit elektrischen Boilern oder Durchlauferhitzern erfolgt.

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Der Energiesparkoffer erlaubt sofortige Hilfe beim Energiesparen.

Der zweite Besuch ist den Sofortmaßnahmen vorbehalten. Bei diesem Termin geben die Stromsparhelfer qualifizierte Ratschläge, wie die Verbraucher allein durch verändertes Verhalten ihren Stromverbrauch senken können. Außerdem erhalten die Beratungshaushalte je nach individuellem Bedarf kostenlos einige Stromspar-Artikel. Die Stromsparhelfer haben bei ihrem zweiten Besuch einen Koffer mit einem sogenannten Soforthilfe-Paket im Wert von bis zu 70 Euro dabei. Es besteht aus Energiesparlampen, schaltbaren Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren, TV-Abschaltern, Luftsprudlern, WC-Stoppgewichten und wassersparenden Duschköpfen.

Einsparpotential für Strom und CO2

Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von jährlich 2.500 Kilowattstunden kann etwa 80 Euro Stromkosten sparen. Eine größere Familie mit Kindern sogar 100 Euro oder mehr. Das haben Pilotprojekte in Freiburg und Berlin ergeben. Durchschnittlich senkt der Einsatz der Stromsparhelfer den Stromverbrauch der betroffenen Haushalte um etwa 20 Prozent.

Das Ziel der zweiten Projektphase ist es, bis Ende 2010 bis zu 36.000 weitere einkommensschwache Haushalte zu erreichen. Insgesamt kann das zwischen 9,6 und 15,7 Gigawattstunden Strom jährlich sparen.

Regionale Ansprechpartner

Haushalte, die den Stromspar-Check in Anspruch nehmen wollen, können auf verschiedene Weise Kontakt aufnehmen.

  • Persönlich über einen der Caritas-Standorte vor Ort
  • Online über www.stromspar-check.de.

Nachhilfe beim Stromsparen

Praxisbericht der Energiesparexperten an der Basis weiter lesen



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