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News zur Brennstoff-Armut
Energiearmut nimmt zu
(25. Februar 2012) Nach einer Studie der Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf, haben immer mehr Haushalte Probleme, die steigenden Stromkosten zu zahlen. Laut einer Umfrage, an der 58 der insgesamt 110 Grundversorger im Bundesland teilnahmen, registrierten drei Viertel der NRW-Energieversorger immer mehr unbezahlte Stromrechnungen oder Stromsperrungen.
2010 hätten Stromversorger über 3 Mio Mal die Zahlungen angemahnt, 340.000 Haushalten sei die Sperrung des Anschlusses angedroht worden, 62.000 Kunden sei der Strom abgestellt worden. Hochgerechnet auf alle 110 Grundversorger dürften 120.000 Haushalten in NRW der Strom abgedreht worden sein, bundesweit schätzungsweise 600.000, so die Verbraucherzentrale.
Preiserhöhungen bei Strom und Gas von durchschnittlich 15% hätten Energie für viele Haushalte in den vergangenen beiden Jahren zur unbezahlbaren Ware werden lassen – ein Problem, das sich angesichts weiterer Preiserhöhungen noch verschärfen werde.
Stromanbieter und Kommunen böten zwar Hilfestellungen, so die Verbraucherzentrale, erst wenige hätten aber bislang umfassende und auf Dauer angelegte Strategien zur Bekämpfung von Energiearmut im Programm wie individuelle Angebote mit einer Kombination aus Energiesparberatungen sowie Existenzsicherungs- und Budgetberatungen.
Daten zur sozialen Lage in Deutschland
(21. Dezember 2011) Der Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales hat über den geplanten vierten Armutsbericht eine
Sachverständigenanhörung veranstaltet.
Aktuelle Daten zur sozialen Lage in Deutschland erhebt und veröffentlicht die amtliche europäische Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC).
2.700 Tote durch Energiearmut
(10. Dezember 2011) Ein neuer Regierungsreport beschäftigt sich mit der Energiearmut in Großbritannien. Der sogenannte „Hills report fuel poverty“ erschien im Oktober 2011.
Er kommt zu dem Schluss, dass vor allem hohe Heizungskosten eine hohe Belastung für Haushalte mit geringem Einkommen darstellen: Die Betroffenen sitzen hilflos im Kalten. Energiearmut sei ein zentrales Problem der Sozialpolitik, der Gesundheitspolitik, der Energieeffizienzpolitik und auch der Klimaschutzpolitik.
In unterbeheizten Wohnungen zu leben, verursacht viele gesundheitliche und psychische Schäden. Kalte Wohnungen führen zu mehr Erkrankungen und sogar Todesfällen, insbesondere bei Älteren und Kindern. Selbst wenn die im Winter höheren Sterberaten nur zu einem Zehntel auf Energiearmut zurückzuführen sind, würde das zu 2.700 zusätzlichen jährlichen Todesfällen führen und damit mehr Tote als der Straßenverkehr fordern. Der Report belegt auch, dass Menschen in unterbeheizten Wohnung anfälliger für psychische Störungen und Depressionen sind.
In den USA reduzierten Arme im Winter ihren Lebensmittelkonsum, weil sie vor der Alternative stehen „Heat or Eat?“.
In Deutschland gibt es keine empirische Untersuchung von Energiearmut.
Energiearmut: Studie des Wuppertal-Instituts
Stand der Forschung, nationale Programme und regionale Modellprojekte in Deutschland, Österreich und Großbritannien weiter lesen


