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Zukunft der Stromversorgung
(26. Juni 2009) Die Grünen wollten es genau wissen. Gewährleistet das Energiekonzept "Energie 2.0" der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch, dass an jeder Stunde des Jahres genügend Strom zu Verfügung steht.
Das ISET in Kassel ließ seine Rechner laufen. Das Ergebnis: Das Energiekonzept hat den Test bestanden. Man wollte auch noch wissen: Wie entwickelt sich die Restlast, wenn statt der sehr vorsichtigen Annahmen von 18 Terrawattstunden in "Energie 2.0" Photovoltaikstrom mit 50 Terrawattsunden gerechnet wird, was aus heutiger Sicht für 2020 realistischer erscheint.
Das Ergebnis ist beeindruckend. Der übrige Kraftwerkspark muss extrem flexibel auf die Schwankungen der Wind- und Solarstromerzeugung reagieren. Daraus wird deutlich, dass die Energieversorgungsstruktur sehr schnell umgebaut werden muss. Neue unflexible Großkraftwerke sind inkompatibel. Sie werden zu Investitionsruinen, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht gestoppt wird. Die Folien sind sehr beeindruckend und sagen mehr als 1000 Worte.
Links:
- Download ISET-Studie zu "Energie 2.0"
- Download "Einfluss von Wind- und Solarstrom auf die Kraftwerksganglinien"
ISET-Betrachtung von Ganglinien eines Kraftwerksparks mit einem hohen Anteil fluktuierender Energieträger
Auch das Wuppertal-Institut hat gerechnet und eine neue Studie vorgestellt:
Herausforderung: Energieversorgung der Zukunft
Impulse für die politische Debatte im Wahljahr 2009
Ressourcenknappheit beim Öl, Überalterung des Kraftwerksparks, wachsende Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit bei Gas und allem voran der Zwang, aus Klimaschutzgründen die CO2-Emissionen drastisch zu senken sind gravierende Punkte, die einen Systemwechsel im Energiesektor erforderlich machen.
Nachhaltige, zukunftsorientierte Energieversorgung setzt auf weitgehend solare Energieerzeugung, effiziente -nutzung und effektive -einsparung. Die für einen Wechsel notwendigen Primärenergiepotenziale und die enorme Vielzahl von Nutzungstechniken für Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermie sind seit langem bekannt und können schnell erschlossen werden, wenn der politische Wille da ist und mutige Investoren als Vorreiter fungieren.
Schließlich hat auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen eine Studie vorgestellt:
Aus Sicht des SRU ist es möglich, den Strombedarf in Deutschland langfristig vollständig auf der Basis erneuerbarer Energien zu decken. Hierfür muss jedoch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Elektrizitätsnetze müssen erweitert, Leitungen für effiziente Fernübertragung gebaut und Speicherkapazitäten bereitgestellt werden.
Eine solche Umstrukturierung erfordert einen starken politischen Gestaltungswillen. In einem Sondergutachten zur Zukunft der Stromversorgung in Deutschland wird der SRU diese Fragen analysieren. Er richtet dabei den Blick auf das Jahr 2050 und erweitert damit den Zeithorizont der aktuellen energiepolitischen Debatte.
Zentrale Thesen und Fragestellungen, die sich aus seinen bisherigen Arbeiten ergeben, stellt der SRU anlässlich der heutigen Veranstaltung zur Diskussion. Das Thesenpapier des SRU "Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung" und das Programm zur Veranstaltung stehen unter www.umweltrat.de zur Verfügung. Weitere Informationen : Thesenpapier: Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung


