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Kultuf für Gas - Reisen bildet
(23. Januar 2006, update 14. März 2006) Der Skandal um mögliche Vergnügungsreisen von Lokalpolitikern auf Kosten von E.ON Ruhrgas weitet sich aus. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise, dass auch Politiker aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an touristischen Reisen teilgenommen haben. Bisher ermittelt die Behörde gegen 150 Aufsichtsräte von 28 NRW-Stadtwerken wegen Vorteilsannahme und bei E.ON Ruhrgas gegen "etwa fünf Mitarbeiter" wegen Vorteilsgewährung.
Nach einem "Focus"-Bericht sollen Stadtwerke aus NRW von E.ON Ruhrgas und Thyssengas Geld für Reisen verlangt haben. "Dreist" seien von ihnen z.B. Zuschüsse für eine Reise nach Rom "entsprechend des Anteils an den Gaslieferungen" eingefordert worden. Weitere Ziele seien St. Petersburg, die Essener Cezanne-Ausstellung oder die "Documenta" in Kassel gewesen.
Das gehe aus Unterlagen hervor, die die Kölner Staatsanwaltschaft bei Razzien in den Zentralen der Gasversorger sichergestellt hätte, so die Wochenzeitschrift. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln laufen gegen 159 NRW-Kommunalpolitiker, Bürgermeister, Stadträte und Energiemanager. Demnächst soll in Einzelverfahren Anklage erhoben werden.


