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Miles for more?
(31. Januar 2006) Der "Spiegel" berichtet, die Essener E.ON Ruhrgas AG habe von der Deutschen Lufthansa in großem Stil Bonus-Meilen aus dem Vielfliegerprogramm "Miles & More" gekauft und sie an von ihr belieferte Stadtwerke weiter gereicht. Das Geschenk sei überaus üppig ausgefallen.
So hätten z.B. die relativ kleinen Stadtwerke Neuwied allein 2004 Bonusmeilen im Wert von 26 000 Euro für "verkaufsfördernde Maßnahmen in ihrem Absatzgebiet" erhalten. Man habe die Meilen damals an Autohändler weitergegeben, die für Erdgasfahrzeuge geworben hätten, so die Stadtwerke. Selbst wenn nur die Hälfte der rund 100 deutschen, von E.ON Ruhrgas belieferten lokalen Gasversorger das Meilen-Geschenk nutze, dürfte das den Konzern pro Jahr mehrere Mio Euro kosten, so das Magazin.
Es zitiert eine E.ON-Sprecherin, die die Meilen-Geschenke Marketinginstrument nannte. E.ON Ruhrgas wies dagegen die Darstellung zurück. Seit einem halben Jahr ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen mehr als 150 Kommunalpolitiker in rund 25 Städten in NRW wegen des Vorwurfs der Vorteilsnahme und gleichzeitig gegen Mitarbeiter von E.ON Ruhrgas wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung. Die Staatsanwaltschaft will klären, inwieweit es sich bei Reisen von Aufsichtsräten von Stadtwerken, die E.ON Ruhrgas finanziert und organisiert hat, um Dienst- oder Privatreisen handelt.

