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Grüner Rezzo Schlauch ehemaliger Staatssekretär berät Atomkonzern
(28. März 2006) Rezzo Schlauch, Grünen-Politiker und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sitzt seit Ende 2005 im Beirat des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW. Nach seiner Entlassung sei er in das Gremium berufen worden, erklärte Schlauch öffentlich. Schlauch war bereits als Staatssekretär für EnBW tätig.
Im Beirat befindet Schlauch sich in prominenter Gesellschaft. Expolitiker wie Klaus Kinkel (FDP), Theo Waigel (CSU) und Matthias Wissmann (CDU) hat Konzernchef Utz Claasen um sich versammelt. In der rot-grünen Regierung war Rezzo Schlauch am Atomausstieg beteiligt. EnBW betreibt mit Philippsburg und Neckarwestheim zwei Atomkraftwerke. Er wolle sich bei EnBW für die Nutzung regenerative Energien einsetzen, sagte der Grünen-Politiker gestern der Stuttgarter Zeitung. "Das zu glauben ist naiv", kommentiert Ulrich Müller Vorstandsmitglied von LobbyControl, "die Atomenergie gehört immer noch zum Kerngeschäft der EnBW." Rezzo Schlauch sei für den Konzern nicht nur wegen seiner vielfältigen politischen Kontakte attraktiv, so Müller. Der Energiekonzern betreibe mit ihm auch so genanntes Greenwash. Ein Grünen-Politiker in einem Energiekonzern vermittelt leicht den Eindruck, dass umweltfreundlich gewirtschaftet werde.
Neben Rezzo Schlauch freut sich der EnBW-Beirat über einen weiteren Neuzugang: Willi Steul. Der Landessendedirektor des Südwestrundfunks sieht seine Mitgliedschaft auch im Interesse seines Senders, zitiert die Stuttgarter Zeitung.


