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Österreich
Deutsche zahlen, Österreicher sparen
Günstige Gaspreise in Österreich
(22. November 2005) - Würde Margret Putz nicht in Hamburg, sondern in Wien wohnen, könnte sie viel Geld sparen - rund 148 Euro im Jahr. Anders als in Deutschland ist der Gasmarkt in der Alpenrepublik nämlich auch bei Haushaltskunden seit zweieinhalb Jahren völlig liberalisiert, wie es ein EU-Beschluss vorschreibt. Christian Schönbauer aus Nussdorf bei Wien zum Beispiel kann deshalb frei wählen, von welchem Anbieter er sein Gas bezieht. Noch wichtiger: Er kann diesen jederzeit auch wechseln. Vor acht Monaten hat Christian Schönbauer den Gas-Anbieter gewechselt, nachdem sein bisheriger Versorger seine Preise erhöht hatte. Durch den Wechsel spart Christian Schönbauer immerhin rund 160 Euro im Jahr.
Neben der freien Wahl des Anbieters, ist in Österreich auch die Preisbildung deutlich transparenter. Die Anbieter müssen auf ihren Gasrechnungen getrennt ausweisen, welcher Anteil des Gesamtpreises auf die reinen Energiekosten entfällt, auf welche Höhe sich das so genannte Netzentgelt beläuft und wie hoch der Anteil für Steuern ist (Erdgasabgabe und Mehrwertsteuer).
Schließlich überwacht die Regulierungsbehörde "E-Control" den Teil der Preisfestsetzung, der auf das Netzentgelt entfällt. Es wird vermutet, dass in Deutschland auf dieser Stufe mitunter erheblich abkassiert wird, weil das Gasleitungssystem eine Art natürliches Monopol darstellt. Nicht die regionalen Gasversorger, sondern die Regulierungsbehörde bestimmt in Österreich, wie hoch das Netzentgelt sein darf. 2004 etwa hat das zu einer durchschnittlichen Preissenkung für diesen Teil des Gesamtpreises von rund sieben Prozent geführt. Bereinigt um die in Deutschland und Österreich unterschiedlich hohen Steuern und Abgaben liegt der Preis für eine Kilowattstunde Gas etwa in Hamburg zur Zeit bei 3,67 Cent, beim billigsten Anbieter in Wien dagegen sind es nur 2,97 Cent - ein Unterschied von rund 25 Prozent.
(Franz Jägeler/Plusminus)


