CO2-Handel umstritten
(11. März 2005) - Zum Beginn des Handels mit Emissionszertifikaten an der Leipziger Strombörse EEX stritten Unternehmen und Politiker um die Wirksamkeit dieses Instruments. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Vorsitzender des Umweltausschusses des Bundestages, sagte, er habe zwar keine Bedenken, dass die deutsche Industrie die Klimaziele des Kyoto-Protokolls erreichen werde, der Handel müsse aber mittelfristig auf den Flug- und Autoverkehr ausgeweitet werden.
Als Benachteiligter des CO2-Handels sieht sich die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag). Sie werde Zertifikate für rund 100 000 t CO2 zukaufen müssen, um ihre Kraftwerke in der bisherigen Auslastung und Effizienz weiter betreiben zu können. Michael Kauch von der FDP-Bundestagsfraktion betonte, Ziel des Emissionshandels sei es, in Branchen wie der Braunkohleförderung technische Innovationen auszulösen. Beim Emissionshandel werde bisher das Erdgas als Energieträger gegenüber der Braunkohle bevorzugt.