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Emissionshandel: Ja oder Nein? Der Handel mit Emissionsrechten ist höchst umstritten.

Emissionshandel: Ja oder Nein?

Der Handel mit Emissionsrechten ist höchst umstritten. In der Diskussion ist ein aktueller Richtlinienvorschlag der EU-Kommission.
Hier einige Informationen und Hintergründe zum Thema.

(16. Oktober 2003) Ausgangspunkt der Aktivitäten der EU-Kommission ist die Erkenntnis, dass die EU als ganzes ihre in Kyoto 1997 übernommenen Verpflichtungen zur Verminderung von Treibhausgasen mit "Business as usual" verfehlen würde. Das ergibt sich aus wissenschaftlichen Studien und den Berichten der Mitgliedsstaaten. Statt einer Verminderung der Treibhausgase um 8% gegenüber 1990 wird die EU im Jahr 2012 ein Prozent mehr Treibhausgase emittieren als 1990, wenn alles so weitergeht wie bisher (Kommissionsdokument 14184 / 00 KOM (2000) 749 endgültig). Damit würde man die eingegangene Verpflichtung um 9% oder 380 Mio t CO2 Äquivalente verfehlen. Die EU folgert richtig: Da die nationalen Politiken der Mitgliedsstaaten zu den erforderlichen Emissionsminderungen nicht in der Lage sind, sind zusätzliche Maßnahmen der Gemeinschaft unabdingbar.

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Die Kommission startete das Europäische Klimaschutzprogramm (ECCP European Climate Change Programm). An dem Diskussionsprozess nahmen Vertreter aus Regierungen, Industrie und auch Umweltverbände teil. Als Ergebnis wurden 40 kosteneffiziente Maßnahmen ausgemacht mit einem Minderungspotential von 664 bis 765 Mio t CO2-Äquivalent. Das ist das Doppelte des zugesagten CO2-Minderungsziels. Die Kosten für die Erreichung des Verminderungsziels mit den kosteneffizientesten Maßnahmen würde 3,7 Billionen Euro betragen, also 0,06 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die Maßnahmen sind folgende:

  • Emissionshandel
  • Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien
  • Verbesserte Energieeffizienz im Gebäudebereich
  • Verschärfte Energiestandards von Haushalts- und Unterhaltungsgeräten
  • Energieverbrauchsmanagement
  • Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
  • Verstärkte Kontrolle fluorierter Treibhausgase
  • Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel durch Verbesserung der Infrastruktur sowie Gebühren und Abgaben.

letzte Änderung: 06.06.2018