Inhalt
Protokoll zur Reduktion der Treibhausgase in Kraft
Ohne die USA, Australien, Kroatien und Monaco tritt am Mittwoch, sieben Jahre nach der Konferenz in Japan, das Kyoto-Protokoll zur Reduktion der Treibhausgase in Kraft.
(15. Februar 2005) Die meisten der 34 Industriestaaten müssen sich anstrengen, um die Klimaschutzziele des internationalen Vertragswerks zu erfüllen. Russland hatte mit seinem Beitritt am 18. November 2004 den Weg geebnet: Laut Vertragstext gilt das Protokoll ab dem 90. Tag, nachdem 55 Staaten mit zusammen mindestens 55% des CO2-Ausstoßes der Industrieländer von 1990 beigetreten sind.
Insgesamt waren bis Anfang Februar mehr als 130 Staaten dem Protokoll beigetreten, den Entwicklungsländern wurden jedoch keine Verpflichtungen auferlegt. Deutschland hat den Treibhausgas-Ausstoß im Wesentlichen wegen der Schließung ostdeutscher Betriebe bereits um 19% reduziert, bis 2012 aber 21% zugesagt. Der Rest soll aus dem Emissionshandel und Einsparungen in Haushalten durch Wärmedämmung und Gebäudesanierung kommen.
Österreich, Italien oder Japan sind weit von ihrem Ziel entfernt. Das ursprüngliche Ziel der Industrieländer, die Emissionen von 1990 bis 2012 um mindestens 5% zu verringern, wird voraussichtlich bei weitem nicht erreicht, vor allem weil die USA als größter CO2-Produzent ausgestiegen sind.
Durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch Russlands sind dessen Emissionen von 1990 bis 2001 um 38% gesunken, es kann damit Emissionsgutscheine an andere Länder verkaufen. Als Einstieg in den Emissionshandel stellt das russische Naturschutzministerium Mitte 2006 ein Verzeichnis über alle Treibhausgas-Emissionen zusammen.


