Inhalt
Kühl- und Gefriergeräte
Kühlen Kopf bewahren
Kalte Getränke und Eiswürfel waren gestern: Moderne Kühlschränke sind mit allerlei Zusatzfunktionen ausgestattet. Energiespar-Experte Thomas Sommer vermisst jedoch eine: Die Anzeige des aktuellen Stromverbrauchs.

Energiespar-Experte Thomas Sommer
(02. April 2010) Das Gerät läuft und kühlt Lebensmittel und Getränke, 24 Stunden am Tag. Doch viele Verbraucher wissen nicht, wie viel Strom ihr Kühlschrank wirklich braucht. Unbeachtet wird so manches unentbehrliches Gerät zum Stromfresser. Das ist meine Erfahrung als Stromsparhelfer des Caritasverbandes, eine Initiative des Bundesumweltministeriums.
Der richtige Standort
So stoßen wir immer wieder auf freistehende Kühlschränke, deren Standort alles andere als optimal ist.
Wir haben Geräte auf Balkonen entdeckt, die im Sommer der prallen Sonne ausgesetzt sind. Das Gerät wird als Ablage genutzt und die Wärme kann nicht richtig abgeführt werden. Oder der Kühlschrank steht neben Wärmegeräten wie dem Herd mit Backofen, oder er wird von allen Seiten zugestellt und die Rückwand steht eng an der Küchenwand.
Viele Menschen versäumen es zudem, die Dichtungen richtig zu pflegen, oder vergessen, das Gefrierfach zu enteisen. Doch all diese Faktoren können dazu führen, dass aus dem Kühlschrank ein echter Stromfresser wird.
Vorsicht, Dauerläufer
So entpuppt sich so manches Gerät als Dauerläufer, da die Steuerung der Kühlung nicht mehr richtig funktioniert. Sorglose Verbraucher lassen beispielsweise beim Tiefkühlgerät die Supertaste eingeschaltet, und der Eisschrank läuft dauerhaft auf Hochtouren. Das Ergebnis ist ein Jahresverbrauch, der locker über 1.000 Kilowattstunden liegen kann - so viel, wie ein sparsamer Singlehaushalt verbraucht.
Beim Kauf der Geräte vertrauen die Kunden den Angaben des Herstellers oder des Verkäufers. Der geht jedoch natürlich von einem optimalen Standort und Betrieb aus. Einzige Abhilfe: Messen!
Messgerät integrieren?
Bei unseren Hausbesuchen als Stromsparhelfer machen wir eine Langzeitmessung mit Energiekostenmessgeräten, um den Verbrauch der Kühlschränke und der Tiefkühlgeräte zu ermitteln. So können wir den Verbrauch und die jährlichen Kosten ermitteln.

Das geht jedoch auch ohne Stromsparhelfer: Solche Messgeräte sind ab zehn Euro im Handel erhältlich. Noch praktischer wäre es, eine entsprechende Anzeige serienmäßig im Kühlgerät zu integrieren. Dann könnte der Besitzer bequem über eine LED-Anzeige die Werte direkt ablesen. Moderne Kühlschränke haben bereits häufig eine LED-Anzeige für die Temperatur. Diese könnte gleichzeitig den Verbrauch und die Kosten anzeigen.
Stellt ein Kunde fest, dass der Verbrauch und die Kosten ungewöhnlich steigen, weiß er, dass etwas nicht stimmt. Er kann reagieren, bevor ihn die nächste Stromrechnung eiskalt erwischt. Im Zweifelsfall tauscht er ein defektes Gerät, dessen Reparatur nicht mehr lohnt, oder einen Stromfresser gegen ein Neugerät. Das dürfte daher auch im Interesse der Kühlschrankhersteller sein.
Vorsicht, Energiefresser!
Die Stiftung Warentest hat Kühlschränke getestet und verglichen weiter lesen
Es geht noch sparsamer
Wenn Hausgerätehersteller die entsprechenden Anreize bekommen, sind sie sehr schnell in der Lage, noch sparsamere Kühl- und Gefriergeräte auf den Markt zu bringen. weiter lesen
Förderprogramme
Niederländer oder Stromkunden der Stadtwerke Aachen (Stawag) können von einem Förderprogramm profitieren. - Kontakte weiter lesen



