Es geht noch sparsamer
Wenn Hausgerätehersteller die entsprechenden Anreize bekommen, sind sie sehr schnell in der Lage, noch sparsamere Kühl- und Gefriergeräte auf den Markt zu bringen. Dies ist das erfreuliche Ergebnis in dem von der EU-Kommissioninitiierten "Projekt Energy".In europäischen Haushalten werden derzeit etwa 20% des Stromverbrauchs zum Kühlen und Gefrieren benötigt. In der EU müssen ungefähr 20 Großkraftwerke nur dafür 120 TWh Strom pro Jahr produzieren.
(25. August 2002, Erstveröffentlichung ED 02/2002)

EU Richtlinie veraltet
Die derzeitige EU-Richtlinie zur Klassifizierung der Geräte nach Energieeffizienz in A- bis G-Modelle beruht auf einer Markterhebung aus dem Jahr 1992 und ist von der technischen Entwicklung längst überholt.
Der Anteil der A-Geräte hat bei allen Herstellern deutlich zugenommen, ja manche Hersteller bieten fast ausschließlich A-Geräte an. Als weitere Folge der technologischen Entwicklung wurde im Herbst 1999 bis auf wenige Ausnahmen nur noch der Verkauf von A- bis C-Modellen erlaubt.
Das Energy+ Projekt
Um bis zur Überarbeitung der Richtlinie schon Anreize für die Entwicklung effizienterer Geräte zu schaffen, wurde ein neuartiges Projekt von der europäischen Kommission initiiert.
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Ziel ist es, Geräte auf den Markt zu bringen, die mindestens 25% weniger Strom verbrauchen, als für das A-Label erforderlich ist. Dieses europaweite Projekt heißt Energy+ und wird in den verschiedenen Ländern von nationalen Energie- und Umweltagenturen oder wissenschaftlichen Instituten durchgeführt.
Der deutsche Partner in dem europäischen Konsortium ist das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unterstützt vom Bund der Enerieverbraucher.
Nachfrageseite wird einbezogen
Das Besondere bei Energy+ ist, dass nicht nur Hersteller angesprochen, sondern dass gleichzeitig potenzielle Nachfrager wie z.B. Handelsorganisationen oder Wohnungsbaugesellschaften in den Prozess einbezogen wurden. So hat in Deutschland von Anfang an das Versandhaus Neckermann großes Interesse gezeigt.
Förderprogramme
Niederländer oder Stromkunden der Stadtwerke Aachen (Stawag) haben es da sogar noch etwas besser, sie können von einem Förderprogramm profitieren.
So erhalten Bewohner der Niederlande 100 Euro, Kunden der Stawag 50 Euro beim Kauf eines Kühl- oder Gefriergerätes, das die Energy+ Kriterien erfüllt.
(Stefan Thomas, Claus Barthel)
Geräte-Liste und weitergehende Informationen: http://www.energy-plus.org/
Kontakt:
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Stefan Thomas
Tel.: 0202 / 24 92 143 stefan.thomas@wupperinst.org
oder Dr. Claus Barthel
Tel.: 0202 / 24 92 166 claus.barthel@wupperinst.org
