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High-Tech im Ölkessel
(01. Oktober 2003) Die Ölheizungsbranche arbeitet jedoch intensiv und erfolgreich an der Aufbesserung ihres Images. So konnten durch die Absenkung der Verbrennungstemperatur Abgaswerte erreicht werden, die unter den Anforderungen des Blauen Engels liegen. Diese Absenkung kann durch verschiedene Techniken bewirkt werden.
Dadurch verbrennt das Öl nicht mehr mit einer leuchtend gelben Flamme (Gelbbrenner), sondern mit blauer Flamme (Blaubrenner).

Die Ölheizung mit Brennwerttechnik, die an der Wand hängen kann, ist auch für den Wohnbereich geeignet.
So entstehen weniger Stickoxide und es verglühen keine Rußpartikel mehr, was die Kohlenmonoxidbildung verringert. Hinsichtlich der Energieausbeute stehen Öl-Niedertemperaturkessel ihren Gas-Pendants in nichts nach. Abgaswärmeverluste und Eigenverluste wurden drastisch minimiert, so dass Normnutzungsgrade (vgl. Kasten) bis zu 95 Prozent erreicht werden.
Der Normnutzungsgrad
Der Nutzungsgrad gibt an, wie viel Prozent des eingesetzten Heizöls während einer Heizperiode vom Wärmeerzeuger tatsächlich in nutzbare Heizwärme umgesetzt wird.
Der Normnutzungsgrad nach DIN wird aus den Nutzungsgraden für fünf verschiedene Auslastungen, die unterschiedlichen Außentemperaturen entsprechen, bestimmt.
Lediglich bei der Brennwerttechnik sitzt das Öl am kürzeren Hebel: Beim Verbrennungsvorgang geht deutlich weniger Wärme in Form von Wasserdampf verloren, weil Öl weniger Wasser als Gas enthält.
Deshalb fällt der zusätzlich mögliche Energiegewinn mit fünf Prozent geringer aus als bei Gas.
Zudem liegt der Kondensationspunkt bei Öl mit 47° C etwa 10° C tiefer als beim Gas, so dass der technische Aufwand für die Kondensation höher ist. Doch die Hersteller haben auch diese Herausforderung angenommen und bieten entsprechende Kessel an.
Neuester Clou sind wandhängende Ölkessel - als erstes Serienprodukt bietet ein schweizer Hersteller den Wandkessel "multi oil" an. Außerdem gibt es den Prototyp Vitotherm 300 von Viessmann sowie eine von der RWTH Aachen entwickelte Ölbrennwerttherme.
Der Preis ist heiß
Neben den Aspekten der Umweltfreundlichkeit und moderner effizienter Technik zählt für den Verbraucher der Preis. Bei den reinen Brennstoffkosten liegt Öl klar vorn. Es ist im Schnitt 20 bis 30% günstiger als Gas.
Dabei sind saisonale und regionale Unterschiede bei beiden Energieträgern beträchtlich. Gasheizungen mit Flüssiggas zu betreiben kommt noch teurer. Oft liegen die Verbrauchskosten doppelt so hoch wie beim Öl.
Die Kosten für die Anschaffung und Installation einer Heizungsanlage variieren von Fall zu Fall sehr stark. Daher liefern Vergleiche der Gesamtkosten von Heizsystemen einschließlich Anschaffung, Wartung usw., sogenannte Vollkostenvergleiche, je nach Autor/Herausgeber unterschiedliche Ergebnisse:
Mal ist die Ölheizung, mal die Gasheizung günstiger - siehe z.B. die Vergleiche von ASUE, AGFW, BGW, ifo-Institut und Stadtwerke München. Stark schwankende Einflussgrößen sind unter anderem die Hausanschlusskosten für Gas, die Kosten für die Aufstellungsfläche der Heizung sowie die angesetzten Energiekosten und deren Entwicklung.
Das Passivhaus-Institut kam zu dem Ergebnis, dass im Niedrigenergiehaus die Ölheizung allein deswegen kostengünstiger ist, weil der Grundpreis beim Kleinmengengasbezug zum wesentlichen Preisfaktor wird.
Altbau
Im Altbau sind die Umstellungskosten von Öl auf Gas und umgekehrt in der Regel höher als der Unterschied der Brennstoffkosten. Dagegen kann sich laut Stiftung Warentest der Austausch eines betagten Ölkessels durchaus lohnen. Eine moderne Ölheizung spart bis zu 30% Energie und Heizkosten gegenüber einer Altanlage ein. So wird der Kesseltausch empfohlen, wenn:
- der alte Kessel mit konstant hohen Heizwassertemperaturen betrieben werden muss,
- die Temperatur im Heizkeller die 20-Grad-Marke übersteigt oder
- der Wärmeschutz des Hauses ohnehin verbessert wird.
(Peter Alteheld)



