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Durchgefallen
Die Zeitschrift Ökotest kann die Anschaffung von Wärmepumpen nicht empfehlen. Denn wie ein aktueller Vergleich zeigt, setzen Elektro-Wärmepumpen mehr CO2 frei als moderne Gas-Brennwert-Heizungen.
Im Sonderheft Energie ist die Ökotest-Redaktion der Frage nachgegangen, ob der vielfach angepriesene Umweltvorteil von Wärmepumpen einer genaueren Betrachtung standhält. Dazu hat sie sich von den führenden Herstellern Leistungskennwerte für zehn Außenluft- und für zehn Erdreich-Wärmepumpen geben lassen.
Mit diesen Kennwerten wurde für ein Modell-Niedrigenergiehaus, das von einer vierköpfigen Familie bewohnt wird, der CO2-Ausstoß ermittelt und mit dem einer modernen Gas-Brennwert-Heizung verglichen.

Entscheidend für die CO2-Bilanz ist der angesetzte CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung. Weil der bundesdeutsche Strombedarf im Winter deutlich höher ist als im Sommer, kommen im Winter verstärkt Kohlekraftwerke zum Einsatz. Deshalb liegt der CO2-Faktor von Wärmepumpenstrom mit 820 g/kWh über dem durchschnittlichen CO2-Faktor eines Jahres.

Die Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Energien zu betreiben, ist bei drei- bis fünffach höherem Strompreis nicht wirtschaftlich. Auch wird in Winternächten nicht gerade in einem solchen Umfang sauberer Strom produziert, um eine halbe Republik mit Elektro-Wärmepumpen beheizen zu können.
Schlechter als Gasheizung
Nicht eine der untersuchten 20 Wärmepumpen wies einen niedrigeren CO2-Ausstoß auf als der Gas-Brennwert-Kessel. Das gilt sowohl für den Einsatz bei einer Zentralheizung mit Heizkörpern (Auslegung 55 °C) als auch bei einer Fußbodenheizung (Auslegung 35 °C).
Am schlechtesten im Vergleich schnitten Außenluft-Wärmepumpen mit Heizkörperheizung mit bis zu 71 % mehr CO2-Ausstoß ab. Die besten Erdreich-Wärmepumpen schafften lediglich bei der Fußbodenheizung mit dem Brennwert-Kessel gleichzuziehen.
Aber nicht nur durch den Stromverbrauch kommt es zu klimaschädlichen Emissionen. Auch viele verwendete Kältemittel sind wahre Klimakiller, soz.B. R404A und R407C. Deren Treibhauspotenzial ist 3750 bzw. 1.526 mal so groß wie das von CO2. Mit umweltfreundlichem Propan (R290) wurden nur vier der getesteten Geräte betrieben.
Besser als Ölheizung?
Für den Fall, dass ein Anschluss ans Erdgasnetz nicht möglich ist und Flüssiggasbezug nicht in Frage kommt, stellt sich die Frage des Vergleichs mit einer Ölheizung.
Nur elf der zwanzig getesteten Wärmepumpen wiesen deutliche Vorteile gegenüber einer Ölheizung auf. Höhere CO2-Emissionen als die Modell-Ölheizanlage zeigten die Außenluft-Wärmepumpen in Verbindung mit konventionellen Heizkörpern.

Wolf im Schafspelz?
Ihrem Anspruch als vermeintliche Ökoheizung, die auf saubere Art und Weise Wärme bereitstellt, wird die Elektro-Wärmepumpe nicht gerecht. Durch ihren Stromverbrauch kommt es zu CO2-Emissionen, die zwischen denen einer Gas- und einer Ölheizung liegen.

Aufgrund dieser Ergebnisse konnte die Ökotest-Redaktion keine Empfehlung zur Anschaffung einer Wärmepumpe aussprechen. So wurden lediglich zwei mit Propan als Kältemittel betriebene Erdreich-Wärmepumpen als eingeschränkt empfehlenswert eingestuft: Hautec HWS3048 und Stiebel WPWE 11KW.



