ED 01/11
Neun Prozent befallen - Schimmelpilz gefunden Vorkommen, Ursachen und gesundheitliche Aspekte von Feuchteschäden in Wohnungen:

Neun Prozent befallen - Schimmelpilz gefunden

(02.01.2003) Ergebnisse einer repräsentativen Wohnungsstudie in Deutschland

Zum ersten Mal wurde bundesweit der Gebäudebestand dahin gehend untersucht, wie weit tatsächlich Feuchte- und Schimmelschäden existieren und sich gesundheitlich auswirken können.

Die Untersuchung der Arbeitsgruppe Raumklimatologie der Uni-Klinik Jena umfasst 5.530 Wohnungen und ist somit repräsentativ. Beteiligt waren die TU Dresden und Berlin, unterstützt durch den Bundesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks - Zentralinnungsverband.

Zwei bekannte Sachverhalte konnten somit durch belastbares Zahlenmaterial bestätigt werden:

  • Feuchteschäden (aller Art) erhöhen das Risiko, an Asthma zu erkranken, um 50%
  • Wärmedämmung reduziert das Risiko für Feuchteschäden und Schimmelbefall.

Bisher wurden in Schlagzeilen wilde Zahlenspiele über die Schimmelhäufigkeit verbreitet. Nun wurde seriös ermittelt: Jede zehnte Wohnung hat mindestens eine Stelle mit Schimmelbefall (9,3%). Das kann durch Erdfeuchte, Regenwasser oder Rohrschäden bedingt sein.

Wichtig für die raumklimabedingten Schimmelpilze in Wohnungen ist vor allem eine weitere Zahl: In nur 5,8% der Wohnungen (das ist etwa jede 17. Wohnung) gibt es lüftungsrelevante Schimmelpilzschäden.

Die Studie weist im Einzelnen nach, dass folgende Faktoren die Feuchteschäden signifikant steigen:

  • Steigender Feuchteeintrag bei der Nutzung
  • Unzureichende Fensterlüftung
  • Vorhandensein von Außenwandecken
  • Haltung eines Haustieres
  • Wohnen zur Miete

Folgende Eigenschaften wirken sich schützend gegen Schimmelbefall aus:

  • Vorhandensein einer Abluftanlage
  • Moderner Bauzustand mit dicht schließenden Fenstern (!)
  • Gebäude mit guter Wärmedämmung
  • Mehr Wohnfläche pro Kopf

 Info über brasche@ark.ef.uni-jena.de

Weitere Infos zum Thema Schimmel und Wohngesundheit.

letzte Änderung: 06.08.2015