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Thermografie zeigt Schwachstellen im Gebäudestand So funktioniert es - Wie lese ich Thermografien - Temperaturunterschiede - Täuschungen

Thermografie zeigt Schwachstellen im Gebäudestand

(02. Januar 2004) 40% des jährlichen Energieverbrauches entfallen auf die Gebäudeheizung. Thermografie zeigt viele Schwachstellen, die für hohen Heizenergieverbrauch verantwortlich sind. In den Wohngebäuden besteht ein Sparpotenzial beim Heizen von mindestens 50 %. Es wird durch verbesserten Wärmeschutz und moderne Heiztechnik ausgeschöpft.

So funktioniert es:

Thermografien sind das farbliche Abbild der von der Kamera gemessenen Oberflächentemperaturen des Bauteils. Die Kamera misst die langwellige Infrarotabstrahlung (Wärmestrahlung) von Oberflächen. Thermografien lenken durch ihre Farbabstufungen das Augenmerk auf besondere Schwachstellen des Gebäudes.

Aber Achtung: Die Wärmeverluste über eine Außenwand können nebensächlich erscheinen, wenn Rollladenkästen besonders "rot-glühend" in Erscheinung treten. Über ihren grossen Flächenanteil erzeugt die Wand aber trotzdem die höchsten Wärmeverluste.

Wärmebild Fenster mit Rolladen

Beispiel: Aussenwand mit Rollladenkasten Der Rollladenkasten ist "augenfällig", verliert aber pro Jahr "nur" 20 Liter Heizöl.

Die Giebel-Außenwand ist deutlich kühler, tritt damit optisch eher zurück. Ihre Wärmeverluste betragen aber pro Jahr 360 Liter Heizöl.

Thermografien ersetzen also keine Berechnung. Dies geschieht im Energiepass. Er sagt ihnen konkret, wie hoch die Wärmeverluste über jedes Bauteil und die Heizung/Warmwasserbereitung sind.

Wie lese ich Thermografien?

Zum Verstehen von thermografischen Aufnahmen muss man auf die folgenden Dinge achten: Zuerst geht der Blick zur Farbskala und der angegebenen Außenlufttemperatur. Erst dann kann die Oberflächentemperatur "eingeschätzt" werden.

Skala für Wärmebilder

Die Oberflächentemperatur von ungedämmten Bauteilen ist zumeist 3-6 ° C wärmer, als die Umgebungsluft. Die obenstehende Farbskala zeigt einen Temperaturbereich von 13,5 -18,5° C.

Die Temperaturunterschiede zwischen der Außenluft und der Bauteil-Oberfläche

Die Außenlufttemperatur muss stets angegeben sein, damit man die Bauteiletemperatur "einschätzen" kann. Die relativen Unterschiede innerhalb eines Bauteils oder zwischen Bauteilen zeigen dann die besonderen Schwachstellen.

Die Innenlufttemperatur:

Ihre Angabe ist sinnvoll aber nicht zwingend: Ist das Gebäude ganz oder teilweise beheizt?

Die Witterung:

Bedeckter Himmel oder frostklare Nacht? Windanfall? Ein warmer Wind, kann Gebäudeecken warm erscheinen lassen. Sind Bauteile evtl. noch durch Solarzustrahlung erwämt? Die Uhrzeit: Wurde tags oder nachts thermografiert? (Störeinflüsse)

Täuschungen: Sonne

Die Sonne täuscht den Betrachter. Hier wurde am späten Morgen bei Sonneneinstrahlung thermografiert und die Sonne konnte die Fachwerkbalken bereits erwärmen. Die schwarz gestrichenen Hölzer sind 3° C wärmer als die Gefache.

Wärmebild Fachwerk-Haus

Über die dunkle Balkenfarbe wird mehr Sonnenwärme absorbiert (und eben dann auch abgegeben) als über das hell gestrichene Gefach.

Täuschungen: Dachüberstand

Unter Dachüberständen, Balkonen- und anderen Vorsprüngen sieht man einen Bereich mit höherer Temperatur (Rotfärbung o.ä.).

Wärmebild Dachüberstand.jpg

Dies ist keine Schwachstelle, sondern ein >Wärme<-Stau, durch die an der Fassade hochsteigende Warmluft, die sich aus den Wärmeverlusten die Außenwand und der Fenster (auch der Lüftungsverluste) speist. Je besser die Dämmung, desto schwächer dieser Streifen.

Täuschung: Mit Außenluft hinterlüftete Konstruktionen

Schema Zweilagige Verlegung mit versetzten Stößen

Dächer und Wände erscheinen dann kalt, wenn sie hinterlüftet sind. Eine Vorhangfassade kann man nicht sinnvoll thermografieren.

letzte Änderung: 24.01.2020