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Wärmedämmung von Außenwänden von außen
(15. Oktober 2003)
- 1 Ungekoppelte Maßnahme: Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an Außenwand anbringen.
- 1* Ohnehin-Maßnahme: Bei fälligem Neuverputz wird WDVS angebracht.
Typischer Fall:
Das Aufbringen eines zehn Zentimeter starken Polystyrol-WDVS auf 24 cm Hohlziegelmauerwerk verbessert den Wärmedämm-Kennwert k von 1,4 W/(qmK) auf 0,3 W/(qmK). Die Investitionskosten betragen bei einem ohnehin fälligen Neuverputz mit 40 DM/qm nur knapp ein Viertel der ungekoppelten Maßnahme. Die eingesparte Kilowattstunde kostet 2,6 Pf/kWh.
Wärmedämmung im geneigten Dach
- Ungekoppelte Maßnahme:
- 2A Zwischensparrendämmung von oben
- 2B Zwischensparrendämmung von unten
- 2C Untersparrendämmung
- Ohnehin-Maßnahme:
- 2A* Zwischensparrendämmung von oben
- 2B* Zwischensparrendämmung von unten
Typischer Fall (2A/2A*):
Das Einbringen von Dämmstoff mit einer Stärke von 10 cm zwischen den Sparren von oben verbessert den k-Wert von 1,6 W/(qmK) auf 0,4 W/(qmK) und kostet 90 DM/qm. Die Kosten pro eingesparter kWh betragen 5,2 Pf. Wird die Dachhaut ohnehin erneuert, so betragen die Investitionskosten nur 35 DM/qm und die Maßnahme ist mit Einsparkosten von 2,0 Pf/kWh sehr rentabel. Der Fall 2B/2B* verhält sich sehr ähnlich. Die Untersparrendämmung (2C) rentiert sich bereits als Einzelmaßnahme.
Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke
- 3A Dämmung von oben, begehbar
- 3B Dämmung von oben, nicht begehbar
- 3C Dämmung von unten
Typischer Fall:
Die begehbare 10 cm starke Dämmung von oben aus auf dem unbeheizten Spitzboden oder Dachgeschoß verbessert den k-Wert von 1,3 W/(qmK) auf 0,3 W/(qmK) und kostet 52 DM/qm. Die eingesparte kWh kostet 3,8 Pf. Die nicht begehbar ausgeführte Dämmung kostet weniger als die Hälfte und amortisiert sich mit 1,6 Pf/kWh schneller. Die Dämmung der Decke von unten liegt mit 47 DM/qm und 2,6 Pf/kWh dazwischen.
Wärmedämmung von Kellerdecken von unten
Typischer Fall:
Eine acht Zentimeter starke Dämmung unter der Kellerdecke verbessert den k-Wert von 1,3 W/(qmK) auf 0,4 W/(qmK) und kostet 25 DM/qm. Die eingesparte kWh kostet 3,7 Pf.
Verbesserung des Wärmeschutzes von Fenstern
- 5A Auswechseln der Fenster, Einfachverglasung zu zwei-Scheiben-Isolierverglasung
- 5B Auswechseln der Fenster, Einfachverglasung zu zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung
- 5C Einbau von zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung in bestehenden Fensterrahmen
Beim Austausch eines einfach verglasten Fensters mit k=5,2 W/(qmK) durch ein Fenster mit Zweischeibenisolierverglasung k=2,8 W/(qmK) sind Investitionskosten von 405 DM/qm aufzuwenden. Die eingesparte kWh kommt auf 14,4 Pf. Dagegen kostet die Wärmeschutzverglasung mit 410 DM/qm kaum mehr, spart aber viel mehr ein: 9,6 Pf/kWh. Im Falle einer Ohnehin-Erneuerung der Fenster sind die Mehrkosten für die qualitativ hochwertige Wärmeschutzverglasung gegenüber normaler Isolierverglasung gering. Dann lohnt sich der Mehraufwand auf jeden Fall. Der Austausch einer Einfachverglasung durch eine Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung in einem bestehenden Rahmen kostet ca. 205 DM/qm. Der Preis je eingesparter Kilowattstunde beträgt sechs Pfennig. Der Austausch gegen gewöhnliche Isolierverglasung ist mit 9 Pf/kWh weniger rentabel.
Nachträgliche Dämmung von Rohrleitungen
Typischer Fall:
Die 20 mm starke Dämmung eines Heizungsrohrs verbessert den Wärmeverlustwert von 0,77 W/(K) auf 0,23 W/(K) und kostet 18 DM/m. Die eingesparte kWh kostet 3,7 Pf. Wirtschaftlich rentabel ist die Dämmung von Rohrleitungen für Heizrohre im Keller und Dachabseite und für Warmwasserrohre im Keller, Dachabseite und im Wohnraum.
Erneuerung von Wärmeerzeugern
- 7A Austausch eines vor 1979 gebauten Kessels mit vier Jahren Restnutzungsdauer durch einen Niedertemperatur-Kessel
- 7B Austausch eines vor 1979 gebauten Kessels mit vier Jahren Restnutzungsdauer durch einen Brennwert-Kessel
Der Sieger ist ?
Wie das Diagramm oben zeigt, ist die kostengünstigste Maßnahme die Dämmung der obersten Geschoßdecke von oben, sofern sie nicht begehbar sein muß. Ähnlich geringe Kosten erreicht die Dachdämmung als gekoppelte Maßnahme, wenn die Dachhaut oder Innenverkleidung ohnehin erneuert werden muß. Diese Reihenfolge variiert von Altbau zu Altbau je nach den vorliegenden Verhältnissen vor dem Maßnahmenbeginn. Obwohl die Studie aus dem Jahre 1998 datiert und die Baupreise sich seitdem geändert haben, sind die Ergebnisse auch heute noch gültig.
Hilfe sinnvoll
Eigenheimbesitzer wollen wissen, welche Maßnahmen am wenigsten kosten und die größte Energiekostenersparnis bringen. Um das beurteilen zu können, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Die Berater im Vor-Ort-Beratungsprogramm des Bundesamts für Wirtschaft sind dafür ausgebildet. Zuschüsse für die Energieberatung gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft (BAW), aber auch von einigen Bundesländern. Trotz offensichtlicher Wirtschaftlichkeit werden viele Einsparmaßnahmen versäumt, selbst wenn ohnehin Sanierungen anstehen. Neben wirtschaftlichen Faktoren spielen andere Faktoren offensichtlich eine große Rolle, wie Informationsdefizite und Motivationsmängel: Einsparen ist nicht "trendy", nicht "Mega-in". Hier müssen künftige Kampagnen ansetzen.
Detail zur Vor-Ort-Beratung


