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Smart-Meter-Zwangseinbau?
Expertenrat für Mitglieder

Expertenrat für Mitglieder: Smart-Meter-Zwangseinbau?

(16. Januar 2018)

Frage:

Heute erhielt ich von meinem Netzbetreiber ein Schreiben, dass mein Stromzähler gegen einen Digitalzähler gewechselt wird. Ich soll in den nächsten Wochen Bescheid erhalten, wann genau bei mir der Einbau vorgenommen wird. Mir wurde nicht mitgeteilt, was der neue Zähler kosten wird. Ich bin mit ca. 1.250 kWh/Jahr ein Kleinverbraucher, für den gesetzlich noch gar keine Pflicht besteht, den Wechsel vorzunehmen und mir wurde auch nicht gesagt, ob ich einen einfachen oder einen Smartzähler erhalten soll. Unter diesen Umständen bin ich nicht bereit mich möglicherweise über das Ohr hauen zu lassen. Notfalls möchte ich einen eigenen Stromzähler einbauen lassen. Das dürfte ja nicht so teuer sein?
Werner Grünhagen

Antwort:

Aktuell werden von den Netzbetreibern noch keine Smart Meter zwangsweise eingebaut. Lediglich mit dem Einbau „moderner Messeinrichtungen“ haben erste Netzbetreiber in den vergangenen Monaten begonnen. Diese elektronischen Zähler können später optional mit einem zusätzlichen Internetmodul namens „Smart Meter Gateway“ ausgestattet werden. Diese beiden Komponenten zusammen bilden dann ein „intelligentes Messsystem“, also ein Smart Meter nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Aktuell hat jedoch noch kein Gateway die nötige Zertifizierung bestanden. Folglich werden derzeit im Rahmen turnusmäßiger Zählerwechsel nur einfache digitale Zähler eingebaut. Dieser Einbau wird in den kommenden Jahren in allen Haushalten erfolgen – unabhängig vom Verbrauch. Nur bei überschreiten bestimmter Verbrauchsmengen (siehe Smart Meter: Ignorieren ist keine Lösung) werden irgendwann die 100 bis 200 Euro pro Jahr teuren Gateways für die Fernauslesung eingebaut.

Der Preis der modernen Zähler ist gesetzlich auf 20 Euro pro Jahr gedeckelt. Einige Netzbetreiber berechnen aber auch deutlich weniger. So verlangen beispielsweise die Stadtwerke Emsdetten für die modernen Digitalzähler den gleichen Preis wie für analoge Zähler. Diesen Preis für die Messung stellen die Netzbetreiber in der Regel dem Energieversorger in Rechnung, welcher dieses Entgelt für die Messung in den monatlichen Stromgrundpreis einrechnet. Für viele Verbraucher wird sich mit dem Einbau des modernen Zählers daher nichts ändern.

Einen eigenen Stromzähler kann man als einfacher Verbraucher leider nicht einbauen lassen und dann selbst betreiben. Nur professionelle Messstellenbetreiber dürfen Zähler einbauen. Alle uns bekannten Anbieter sind aber weit teurer als die maximal 20 Euro, die der Netzbetreiber verlangen darf – zumal Sie einen selbst beauftragten Messstellenbetreiber auch immer selbst bezahlen müssen.