Beispiel: Die Energiewende von Familie Schenk

14 Jahre Einsatz für solare Zukunft - Ein persönlicher Erfahrungsbericht

In den letzten Jahren wurden wir vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger und konnten zeigen, dass es geht - 100 Prozent Sonnenenergie. Nach dem Motto "Fossile und atomare Energien - Nein Danke!" haben wir, von 1989 bis heute, konsequent und Schritt für Schritt unseren Energieverbrauch erheblich reduziert, die gesamte Versorgung des Restenergiebedarfes auf erneuerbare Energien umgestellt und erzeugen darüber hinaus mehr solare Energie, als wir selbst verbrauchen.

Der Werdegang von Anfang an

Seit 1989 versorgen uns sieben Quadratmeter Sonnenkollektoren und ein 400 l-Speicher mit jährlich durchschnittlich 80 % unseres Warmwasserbedarfes (Warmwasseranschluss des Geschirrspülers und der Waschmaschine).

Feuerball

Energiewende

Zweiter Streich

1991 folgte der Bau eines 16 m2 großen Wintergartens. Er versorgt besonders im Frühjahr und Herbst mit Hilfe der direkten Sonneneinstrahlung den Wohnbereich mit Wärme. Im Sommerhalbjahr steht unsere Zentralheizung zu über 98 % still, dank des Wintergartens, der Kollektoranalage und dank eines holzbeheizten Kachelofens, welcher an kalten Tagen CO2-neutral für eine warme Stube sorgt.

Die 3-kW Fotovoltaikanlage

1994 konnten wir unsere 3.080 Watt starke Solarstromanlage in Betrieb nehmen, damals die erste Netzgekoppelte in Traunstein. Die solare Deckungsrate liegt bei durchschnittlich über 80 % unseres Strombedarfes im Jahr.

Solare Erziehung inklusive

Die zukunftsweisende, dezentrale Stromerzeugung mittels der Sonne hat in unserem Drei-Personen-Haushalt den Umgang mit Energie nachhaltig beeinflusst. So können wir als positiven Nebeneffekt der geräuschlosen und umweltfreundlichen Solarstromproduktion mittlerweile eine Stromverbrauchssenkung von über 40 % verzeichnen. Unser achtjähriger Sohn wächst mit den erneuerbaren Energien in eine "sonnige" Zukunft.

PV-Anlage bekam bald Nachwuchs

1996 haben wir uns entschlossen, eine zweite PV-Anlage anzuschaffen. Die 2 kW-Anlage auf dem Dach des Forum Ökologie Traunstein dient als Demonstrationsanlage.

Blume Rapsblüten

Diesel aus der Natur

Ökologische Geldanlage darf nicht fehlen

Auch unsere finanziellen Anlagestrategien haben sich geändert. Das liebe Geld "arbeitet" jetzt nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch: angelegt in Bürgerwindparks, Biomassekraftwerken und solaren Bürgerkraftwerken. Ganz nach dem Motto: "Ökologisches Geld kann die Welt verändern".

Niedrigenergiestandard im Altbau erreicht

1998: Nachträgliche Wärmedämmung von Keller, Dachboden und Außenwänden mit Zellulose und Kork sowie der Einbau neuer Isolierglasfenster mit einem k-Wert von 1,1, haben unser energiefressendes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1961 auf Niedrigenergiehaus-Niveau gebracht. Unseren Erdgasverbrauch von früher durchschnittlich 4.500 m3/Jahr konnten wir auf 1.800 m3 senken (60 % Wärmebedarfseinsparung).

Der Pflanzenöl-Pkw

Nachdem wir die Jahreskilometerzahl unseres Kfz ebenfalls erheblich verringern konnten (verstärkte Nutzung von Bahn und Fahrrad), haben wir 1999 unseren Diesel-Direkteinspritzer auf reinen Pflanzenölbetrieb umgerüstet. Mittlerweile haben wir bereits 50.000 km mit dem nachwachsenden Rohstoff Rapsöl aus der heimischen Landwirtschaft zurückgelegt. Naturreines Pflanzenöl ist gespeicherte Sonnenenergie, ungiftig, völlig schwefelfrei und vor allem ist der CO2-Kreislauf geschlossen.

Haus mit Solarpanellen auf Dach

Vom Altbau zum 100% Solarhaus, Familie Dr. Rainer Schenk, Traunstein

Fotovoltaik die Dritte

Seit 2000 ist unsere dritte Fotovoltaikanlage, derzeit die größte private in Traunstein, mit einer Leistung von 12 kW am Netz. Auch diese Solarstromanlage rechnet sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch.

Bürger-Solarkraftwerke

2001 haben wir "Bayerns Erstes Solar-Parkhaus" als Hauptinitiatoren maßgeblich auf den Weg gebracht und realisiert. Diese zur Zeit größte Bürger-Solarstromanlage (56,1 kW) im Landkreis Traunstein hat bereits 2002 Nachwuchs bekommen: Eine zweite mit 26 kW.
Die beiden Bürgerkraftwerke zusammen liefern einen jährlichen Ertrag von 75.000 kWh, was einer CO2-Einsparung von rund 8.000 Tonnen während der 30-jährigen Betriebsdauer entspricht.

Pelletheizung - letzte Lücke geschlossen

Ebenfalls 2002 konnten wir unseren letzten Schwachpunkt, die mit fossiler Energie (Erdgas) betriebene Zentralheizung, aus unserem Einfamilienhaus verbannen. Es ist ein sehr gutes Gefühl, jetzt mit einer modernen, vollautomatischen Pelletheizung (CO2-neutrale Biomasseheizung), mit 15 kW-Leistung umweltfreundliche Wärme zu erzeugen und damit den Weg zur vollsolaren Energieversorgung erreicht zu haben. Im Zuge der Heizungssanierung haben wir einen 1.000 Liter Pufferspeicher, eine verbesserte Regelung und Isolierung der Leitungen eingebaut. Zusammen mit der Kollektoranlage liefert nun, auf effiziente Art und Weise, unser neues Heizsystem den gesamten Wärmebedarf für Brauchwasser und Raumwärme, gewonnen aus regionalen Erneuerbaren Energien.

Persönliche Energiewende - packen wir's an!

Als Zusammenfassung unserer persönlichen Energiewende können wir aufgrund unserer Solaranlagen, der Energiebedarfssenkung, unseres Pflanzenöl-Pkw, der Pelletheizung, der Bürger-Solarkraftwerke sowie unserer finanziellen Beteiligungen im regenerativen Bereich eine jährliche umweltfreundliche Energieerzeugung von gut 1.000.000 kWh verzeichnen. Dies entspricht einem Energieäquivalent von 110.000 Litern Öl (11 Tanklastzügen) sowie einer CO2-Vermeidung von über 1.100 Tonnen, ebenfalls Jahr für Jahr. Im Vergleich dazu liegt der CO2-Ausstoß in Deutschland bei zwölf Tonnen pro Bürger und Jahr.

Holzpellets

Dr. Rainer Schenk mit Sohn Martin vor der neuen Pelletheizung

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