Experte: Gorleben ungeeignet

(22. September 2010) Der Geologe Klaus Duphorn, einer der ersten offiziellen Gutachter, der den Salzstock Gorleben im Auftrag des Bundes untersuchte, warnt vor einen weiteren Ausbau des Erkundungsbergwerks.

Unter dem Salzstock gebe es zwei geologische Schichten, in denen sich Erdgas bilde, das sei durch Bohrakten aus der ehemaligen DDR belegbar. Bei der Entstehung des Salzstocks seien Einschlüsse von Gas und Lauge über den Hauptanhydrid auch ins Steinsalz eingedrungen, so Duphorn.

Dieses sei hochexplosiv. Für ein sicheres Endlager müsse man nachweisen, dass es oberhalb von 1500 m Tiefe im Salz kein Gas gebe, dieser Nachweis sei kaum zu führen.

Weitere geologische Mängel seien ein besonders dickes Kaliflöz und das Fehlen einer geschlossenen Schicht aus Tongestein über dem Salz. Bei der Einlagerung von heißen Atommüll könne sich der Salzstock binnen einiger Jahrhunderte um bis zu 4 m anheben.

Dadurch würden Risse und Klüfte und damit Wege fürs Grundwasser entstehen. Es sei völlig unverständlich, dass trotz aller Mängel wieder nur Gorleben und keine alternativen Standorte auf ihre Eignung als Endlager untersucht würden, so Duphorn.

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