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G20: Milliarden für fossile Energie

Milliarden für fossile Energie

(23. September 2017) Die G20-Staaten stellten in den Jahren 2013 bis 2015 jährlich rund 71 Milliarden US-Dollar für fossile Energie zur Verfügung. Für saubere Energie wie Solar und Wind waren es zum Vergleich nur rund 18 Milliarden US-Dollar. Deutschland steht bei der Unterstützung für Fossile mit jährlich 3,5 Milliarden US-Dollar gegenüber 2,4 Milliarden US-Dollar für saubere Energie an fünfter Stelle hinter Japan, China, Südkorea und den Vereinigten Staaten.

1900 Ölförderpumpe / Foto: pixabay.com/Moni49

Diese Zahlen belegt der Bericht „Talk is Cheap: How G20 Governments are Financing Climate Disaster“, der von Umweltorganisationen veröffentlicht wurde. Der Bericht hat die öffentlichen Gelder und Bürgschaften von G20-Staaten für Energieprojekte unter anderem durch Entwicklungsbanken und Exportkreditagenturen analysiert.
Die Analyse zeigt, dass die G20 bei ihrer Verpflichtung zum Pariser Abkommen und zur Energiewende endlich konkret werden müssen.

Aus deutscher Sicht ist erfreulich, dass in den untersuchten Jahren der Anteil der Kohle etwa bei den Hermesbürgschaften stark rückläufig ist. Dies zeigt auch eine Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Grünen vom März 2017, die in die Daten des Berichts eingeflossen ist. Demnach gingen die Bürgschaften für Kohle von knapp 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 0,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 und 0,3 Milliarden Euro im Jahr 2015 zurück. Dem gegenüber steht, dass noch Ende November 2016 ein Kohlekraftwerk in Vietnam eine Grundsatzzusage erhalten hat. Deutschland wird seinem selbst formulierten Anspruch, ein großer Klimaschützer zu sein, damit einmal mehr nicht gerecht.