Erd- und Autogas

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Autogas

Sieben Fragen rund um Autogas weiter lesen

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Gas geben für weniger Geld

Benzin- und Dieselpreise schießen in die Höhe. Wer sparen will, muss sich entweder durch ein Gewirr von mehreren Preiserhöhungen und -Senkungen pro Tag kämpfen – oder stellt einfach um auf Autogas und tankt für weniger als einen Euro pro Liter. Nach ein bis zwei Jahren hat sich die Umrüstung amortisiert. Ein Bericht aus der Perspektive eines Betroffenen.

(18. Dezember 2012) 20.000 Kilometer pro Jahr lege ich mit dem Auto zurück – da schlugen die hohen Spritpreise schon kräftig zu Buche. Als ich zum ersten Mal im Fernsehen von der Möglichkeit gehört habe, Autos mit Benzinmotoren auf Autogas umrüsten zu können, habe ich mich im Internet informiert und einen Umrüster in meiner Stadt kontaktiert. Kurze Zeit später baute er eine Autogasanlage in mein Auto ein. Die Umrüstung dauerte fünf Tage – zwei Tage länger als geplant. Gottlob war ich auf den Wagen nicht angewiesen.

Seither hat mein Auto eine Gasanlage im Motorraum. Der zugehörige Tank befindet sich in der Reserveradmulde. Der Gas-Tankstutzen liegt hinten links auf gleicher Höhe wie der Benzinstutzen, nur auf der anderen Seite. Im Innenraum dient ein Schalter dazu, auf Gasbetrieb umzuschalten. Fünf LEDs an diesem Schalter signalisieren den Füllungsstand des Tanks, zwei weitere Dioden zeigen an, ob das Fahrzeug mit Gas oder Benzin fährt.

Wenn der Gastank leer ist, schaltet die Elektronik automatisch auf Benzin um. An der Gasfüllstands-Anzeige blinken alle Lampen und ein Signalton ertönt, bis man einmal auf die Umschalttaste gedrückt hat. Der Fahrer kann jederzeit während der Fahrt zwischen Gas und Benzin hin- und herschalten. Grundsätzlich läuft die Anlage zum Starten mit Benzin, bis der Verdampfer eine gewisse Temperatur erreicht hat. Je nach Einstellung schaltet der Wagen nach 200 Metern bis einem Kilometer automatisch auf Gas um.

Sparsam und leise

Was den Fahrer an der Tankstelle sofort glücklich macht, ist der geringe Gaspreis im Vergleich zum Benzin. Das Zweite, was mir auf der Autobahn sofort auffiel, ist die Laufruhe und die niedrige Lautstärke des Motors. Mein Auto ist nicht gerade gut geräuschgedämmt und wird bei über 130 Stundenkilometern richtig laut. Da ich nur selten auf den Tacho schaue, wenn keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorliegt, war ich ganz verwundert: Die Nadel zeigte 190 Stundenkilometer an – gefühlt (und vor allem „gehört“) waren es gerade mal 150 Stundenkilometer.

Einziges Manko ist eine geringfügige Leistungseinbuße, die sich bei Beschleunigungen und bei Steigungen auf der Autobahn bemerkbar macht. An der Höchstgeschwindigkeit auf gerader Strecke hat sich jedoch nichts geändert – es dauert lediglich etwas länger, bis das Fahrzeug das maximale Tempo erreicht.

400 Kilometer Reichweite

In meinen Tank passen 39 Liter, denn er kann – wie jeder Autogas-Tank – nur zu 80 Prozent gefüllt werden, damit das Gas sich im heißen Auto ausreichend ausdehnen kann. Mein Tank liegt in der Reserveradmulde, weshalb ich den Kofferraum voll nutzen kann. Mit einer Gas-Tankfüllung kann ich etwa 400 Kilometer weit fahren, was einen Verbrauch von etwa neun bis zehn Litern Autogas pro 100 Kilometern entspricht. Bei gleicher Fahrweise hatte ich einen Super-Verbrauch von etwa sieben Litern.

Deutschland verfügt mit fast 6.000 Autogas-Tankstellen über ein flächendeckendes Netz. An jeder zweiten Tankstelle kann man Autogas tanken, so dass immer genügend Zeit bleibt, eine Tankstelle zum Nachtanken zu finden, bevor man mit Benzin weiter fahren muss. Mein Umrüst-Betrieb riet mir jedoch dazu, pro Jahr zwei Tankfüllungen Benzin zu verfahren, damit die Benzinpumpe und die Einspritzdüsen nicht verstopfen.

Fazit

Für mich hat sich der Einbau der Autogasanlage auf jeden Fall gelohnt und ich würde mein Fahrzeug jederzeit wieder umrüsten lassen. Allerdings sollte man sich vor dem Umbau ausreichend informieren, um die Leistung eines Umrüsters einschätzen zu können, denn die Qualität von Umrüster und Gasanlage spielen eine entscheidende Rolle, wenn man langfristig fahren und sparen möchte.

Umrüsten lohnt sich

Wer sein Fahrzeug auf Autogas umrüsten lassen will, muss mit Kosten von 1.500 Euro (4-Zylinder) bis 2.500 Euro (6-Zylinder) rechnen.

Ein Rechenbeispiel soll verdeutlichen, ab wann sich der Umbau rentiert:

Umrüstkosten: 2.500 Euro

Benzinverbrauch: 11 Liter/100 Kilometer

Benzinpreis: 1,63 Euro/Liter

Autogasverbrauch: 13,5 Liter/100 Kilometer

Autogas-Preis: 0,79 Euro/Liter

Die Rechnung lautet folgendermaßen:
(2.500 x 100)/((11 l x 1,63 €)-(13,5 l x 0,79 €)) = 34.412

Nach 34.412 Kilometern hat sich die Umrüstung durch die geringeren Spritkosten amortisiert. Jeden weiteren Kilometer spart der Autogas-Fahrer bares Geld. Amortisationsrechner

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