Geothermie

 

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Erdwärme - es gibt unendlich viel davon

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Quelle: Werner Bußmann, Geothermische Vereinigung e.V.

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Erdwärme global brandheiß

(23. Februar 2006) Derzeit sind weltweit knapp 9000 MW elektrischer Leistung geothermisch an den Netzen. Die amerikanische Geothermal Energy Association (GEA) verweist weltweit auf Vorhaben von 13 500 MW. Das würde eine Steigerung von rund 50% gegenüber 2005 bedeuten. In den USA wurden 2005 Stromlieferverträge für neue 500 MW abgeschlossen und in elf Bundesstaaten Felder und Kraftwerksstandorte identifiziert.

Auf den Philippinen werden in den nächsten vier Jahren bis zu 700 MW neu in Betrieb genommen. Ziel sind 10 000 MW, von denen rund 2000 MW bis 2010 Strom liefern. In Indonesien sind 800 MW am Netz, bis 2009 sollen 1200 MW hinzukommen. Neue Kraftwerke entstehen derzeit in Island, Neuseeland und Nicaragua. In Kürze kommen Vorhaben in Kanada und Indien dazu. Auch der Iran baut gegenwärtig sein erstes Erdwärmekraftwerk. Für Ostafrika hat die Weltbank ein Förderprogramm zur Erschließung der etwa 7000 MW Ressourcen aufgelegt.

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Heißes aus der Tiefe: Geothermie

Die in der Erde gespeicherte Wärme ist nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich. Unter den erneuerbaren Energien nimmt die Geothermie wegen ihrer Eigenschaften eine besondere Stellung ein: Sie steht unabhängig von der Witterung, zu jeder Tages- und Nachtzeit immer bedarfsgerecht zur Verfügung. Neueren Studien zufolge könnte in Deutschland aus Erdwärme jährlich doppelt soviel Strom erzeugt werden, wie derzeit an Strom insgesamt verbraucht wird.

Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, um so wärmer wird es. Die Temperatur in den obersten Erdschichten nimmt in unseren Breiten im Mittel um rund 3° C pro 100 m Tiefe zu (Geothermische Tiefenstufe). Im Erdkern herrschen wahrscheinlich Temperaturen von 5.000 °C. Unmittelbar an der Erdoberfläche werden die Temperaturen fast ausschließlich durch die Sonne bestimmt. Da der Boden die Wärme schlecht leitet, ist spätestens unterhalb 20 m Tiefe in der Regel kein Einfluss der Sonne mehr festzustellen.

Allerdings:
  • nur ein Teil der in der Erde gespeicherten Wärme kann tatsächlich genutzt werden.
  • 85% der geothermischen Energie in diesen Tiefenbereichen verfügt lediglich über Speichertemperaturen von weniger als 100 °C. Obwohl mindestens 40% des Weltenergieverbrauchs in diesem Temperaturbereich liegen, ist die Nut-zung nur dort möglich, wo es auch entsprechende Abnehmer gibt.
Geschichte und heutige Nutzung

Die geothermische Stromerzeugung ist eine italienische "Erfindung". Sie begann im Jahre 1904 in Larderello in der Toskana.
Weltweit sind derzeit in 21 Ländern ca. 8.000 - 9.000 Megawatt elektrisch und weitere ca. 17.000 Megawatt thermisch (verteilt auf 58 Staaten) aus geothermischen Anlagen installiert.
Strom und Wärme aus geothermischer Energie spielen in vielen Regionen der Erde eine bedeutende Rolle. Zu den größten Stromproduzenten gehören die USA, die Philippinen, Indonesien und Mexiko.
Die Wärmeversorgung der Insel Island basiert zu 85% auf geothermischen Ressourcen - und die lassen dort auch Bananen wachsen. Die riesigen Potenziale, mit denen Strom erzeugt werden könnte, werden dagegen dort bislang nur wenig genutzt, obwohl Island seinen gesamten Bedarf aus den regenerativen Ressourcen Wasser und Geothermie deckt.
In der Umgebung von Paris und in der französischen Hauptstadt werden seit den siebziger Jahren gut 250.000 Wohnungen geothermisch beheizt.

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