BHKW-Hersteller

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Neue Kraftzwerge für den Keller

Heizen und gleichzeitig Strom erzeugen – das geht mittlerweile ohne Probleme. Auch die Preise purzeln, denn der Markt gerät, wenn auch langsam, in Bewegung.
Von Wolfgang Suttor

(5. Juni 2011) Die gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung trägt nur etwa zwölf Prozent zur heutigen Stromerzeugung bei. Bis 2020 sollten es nach dem Willen der Bundesregierung 25 Prozent werden. Nach einer Potenzialstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) könnten es sogar 57 Prozent sein und 32 Prozent der Nutzwärme.

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Wolfgang Suttor, Autor und Herausgeber des Loseblattwerks „Praxis Kraft-Wärme-Kopplung", Vorstand des Bundes der Energieverbraucher

Würde man nur eine Millionen der 17 Millionen Gebäude in Deutschland mit einem Blockheizkraftwerk ausrüsten, das fünf Kilowatt elektrisch und zwölf Kilowatt thermisch leistet, könnte man gleich vier Atomkraftwerke einsparen. Doch leider ist es noch nicht selbstverständlich, dass statt gewöhnlicher Heizkessel ein BHKW zum Einsatz kommt – und das, obwohl geeignete Geräte für jedermann verfügbar sind.

Preise geben deutlich nach

Die Heizungsbranche hat in den letzten Jahren zahlreiche kleine BHKW mit nur einem oder wenigen Kilowatt elektrischer Leistung entwickelt, die sich sowohl für bestehende als auch neue Ein- und Zweifamilienhäuser eignen.

Eine ausführliche Tabelle:  Download Tabelle mit BHKW-Herstellern (Stand 20.07.11) 

Alle großen Heizkesselhersteller drängen dieses oder spätestens nächstes Jahr mit Micro-BHKW auf den Markt. Auch Brennstoffzellen stehen kurz vor der Markteinführung.

Rundum-Sorglos-Paket

Hersteller von BHKW mit einer elektrischen Leistung unter fünf Kilowattstunden gehen direkt in den Markt oder schließen Kooperationen, etwa mit E.on Ruhrgas AG oder anderen Versorgern. Meist gibt es für den BHKW-Interessierten bei einem entsprechenden Vertragsabschluss einen Investitionszuschuss von bis zu 1.000 Euro. Wer nicht selbst investieren möchte, kann über einen Energiedienstleister, etwa die Partner VW/Lichtblick oder Senertec/EnVersum ein BHKW mieten oder leasen. Meist rechnen sich die Angebote gegenüber einer reinen Wärmeversorgung mit einem Kessel. Das Ergebnis ist ein „Sorglospaket", bei dem sich der Nutzer nicht um Wartung, Genehmigung oder andere Formalitäten kümmern muss, sondern lediglich die abgenommene Wärme bezahlt.

Preis je kW-elektrisch wichtig

Entschließt sich der Verbraucher für ein eigenes BHKW, so findet er in der Tabelle ein reichhaltiges Angebot. Je niedriger der spezifische Preis – also der Preis je kWel – ist, desto eher arbeitet das Kraftwerk wirtschaftlich.Für den Wohnungsbau beträgt die Amortisationsdauer zwischen fünf und zehn Jahre. Dabei rechnet es sich vor allem, wenn der BHKW-Betreiber den produzierten Strom an die Nutzer verkauft, die auch die Heizwärme abnehmen. Eine Netzeinspeisung ist dagegen nur die zweitbeste Lösung. BHKW in der Industrie oder im Gewerbe lohnen sich schon meist nach höchstens fünf Jahren, weil die Geräte mit über zehn Kilowatt elektrischer Leistung vergleichsweise deutlich günstiger sind.

Der Wirkungsgrad entscheidet

In Zukunft wird sich auf dem BHKW-Markt preislich gesehen eine Premiumklasse, eine Mittelklasse und eine Unterklasse herausbilden. Bei den BHKW wird dies über den elektrischen Wirkungsgrad definiert. Er spielt für die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle: Während Brennstoffzellen mit einem Wirkungsgrad von über 35 Prozent an der Spitze mit den Preisen liegen, bilden die Stirlingmotoren mit unter 20 Prozent das untere Ende. Die Verbrennungsmotoren werden dazwischen liegen. Doch Preis und Wirkungsgrad sind noch nicht alles, denn Hersteller werben zudem mit Erfahrung, Regionalität, Qualität, Service, Alleinstellungsmerkmal, Langlebigkeit oder mit ihrem Ansehen.

Neue Preisbrecher

Bisher war das Allround-Blockheizkraftwerk von Senertec das Günstigste: Es lag bei 5.000 Euro/kWel (Senertec Dachs 5,5 kWel für 27.500 Euro). Inzwischen gibt es auch BHKW, die unter 2.000 Euro/kWel kosten, zum Beispiel Fischer pro mit elf kWel und 22 kWth für 18.500 Euro). Wer ein BHKW mit einem geringen Anschaffungspreis sucht, für den gibt es Einstiegsmodelle zwischen 10.000 und 17.000 Euro und ein bis vier kWel, zum Beispiel Fuchs energietower, zwei kWel, bis 22 kWth, 16.300 Euro oder Kirsch micro 4 kWel, 12 kWth 13.000 Euro ab Oktober 2011).

Aus technischer Sicht sollte die Preisangabe eines anschlussfertigen BHKW folgende Positionen mitenthalten: Das Modul mit Generator und allen Wärmetauschern, notwendige Sicherheitseinrichtungen, die Meß-, Steuer und Regeleinrichtungen für die Überwachung und den Betrieb, Schallschutz, bei Motoren Katalysatoren und Schmierölversorgung mit Nachfülleinrichtung, Be- und Entlüftung, Fernüberwachung, Transport, Montage, Inbetriebnahme, Probebetrieb, Abnahme, Anschlussmaterial für Abgas, Brennstoff und Strom- und Wärmeanschluss mit Pufferspeicher.

Selbstverständlich empfiehlt es sich, Angebote von unterschiedlichen Herstellern einzuholen. In der Praxis wird dies jedoch leider daran scheitern, dass gerade die neuen Marktteilnehmer sich ihre Vertriebsnetze erst aufbauen und viele Heizungsbetriebe das Thema noch nicht für sich entdeckt haben.

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