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Neue Zähler braucht das Land
Vor vier Jahren ließ Oliver Stens seinen konventionellen Stromzähler gegen ein Smart Meter des Messstellenbetreibers Discovergy austauschen und berichtete in der Energiedepesche über seine ersten Erfahrungen. Hier zieht er nun sein Fazit.

Neue Zähler braucht das Land

Vor vier Jahren ließ Oliver Stens seinen konventionellen Stromzähler gegen ein Smart Meter des Messstellenbetreibers Discovergy austauschen und berichtete in der Energiedepesche über seine ersten Erfahrungen. Hier zieht er nun sein Fazit.
Von Oliver Stens

(26. September 2017) Nach vier Jahren sekundengenauer Aufzeichnung von Stromdaten mittels Smart Meter sollte man denken, dass nicht mehr viel Neues passiert. Und doch bleibt es spannend. Nach und nach sind weitere Auswertungsfunktionen hinzugekommen und es gibt immer wieder überraschende Entwicklungen des Verbrauchsverhaltens im eigenen Haushalt zu beobachten.

Die meisten Versorger senden ihren Kunden einmal jährlich die Rechnung auf der Basis einer einzigen Zählerstandsablesung. Das war‘s. Der intelligente Zähler erfasst hingegen den Zählerstand ständig, genauer gesagt alle zwei Sekunden. Und der Messstellenbetreiber Discovergy versucht, seinen Kunden die Stromdaten in möglichst plausibler Form zu veranschaulichen. Statt im Keller Zählerstände abzuschreiben, meldet man sich am Computer mit seinem Passwort an und bekommt Zugang zu seinen Stromdaten, die auf verschiedene Arten aufbereitet wurden.

1845 Discovergy 3-Phasen-Darstellung

In der Drei-Phasen-Darstellung werden einzelne Geräte besser erkennbar. In rot hier die Waschmaschine und in grün die Spülmaschine.

Auswertung im Detail

Die Startseite ist das Messwerte-Fenster: Der Tagesgang. Vom aktuellen Tag wird der Leistungsverlauf im Überblick gezeigt. Interessante Details kommen zum Vorschein, wenn man in besondere Zeitbereiche hereinzoomt. So kann man beispielsweise überprüfen, ob sein Kühlgerät noch effizient arbeitet. Mit einem anderen Mausklick zeigen sich statt der Gesamtleistung die Leistungen der drei einzelnen Stromphasen. Die verschiedenen Steckdosen-Stromkreise werden getrennt dargestellt und einzelne Geräte werden besser erkennbar.

Sehr anschaulich ist auch die Heatmap-Darstellung. Hier kann der Stromverbrauch mehrerer Monate auf einen Blick angezeigt werden.

1845 Discovergy Heatmap-Darstellung

Ein langer Verbrauchszeitraum wird kompakt und anschaulich dargestellt mit der „Heatmap“. Nach rechts läuft die Tageszeit von 0 bis 24 Uhr, nach oben laufen die fortlaufenden Tage. Die Leistung der jeweiligen Zeit wird in verschiedenen Farben dargestellt. Sparprogramme der Spülmaschine erscheinen hier als grüne Punkte. Die gelben Augen sind Waschprogramme unterschiedlicher Temperatur. Links von 0 bis 6 Uhr erkennt man das regelmäßige Takten des Kühlschranks in blau, das sich von der Grundlast in lila abhebt.

Geräteerkennung

Die Königsdisziplin ist aber die automatische Erkennung und Zuordnung aller Einzelgeräte aus den Stromdaten. Diese Aufgabe ist äußerst schwierig und komplex. Das Entwicklerteam tüftelt schon seit Jahren daran. Seit August ist diese Funktion für ausgewählte Nutzer zur Erprobung freigeschaltet. Mit dieser Funktion soll durch gezielte Tipps zu Geräten und Nutzungsverhalten der Stromverbrauch sinken. Wenn alles klappt, soll die Geräteerkennung auch kostenlos für alle Nutzer kommen.

Fazit

Auch nach vier Jahren bin ich noch überzeugt, dass Transparenz beim Stromverbrauch nützlich ist. Es ist ein erhebendes Gefühl, etwas Unsichtbares plötzlich sehen zu können. Erst aus vielen einzelnen Puzzleteilen wird zum Schluss das Gesamtbild erkennbar: Der Jahresstromverbrauch.

Mein Smart Meter hilft mir zudem bei der Frage, wo es sich lohnt, auf den Verbrauch zu achten, und in welchen Bereichen es die Mühe nicht wert ist. Ich bleibe weiter dabei!