Memorandum für die Schaffung eines Energieeffizienzmarktes

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Memorandum für Energieeffizienz: Konferenz fordert die Politik zum Handeln auf.Klimaschutz als Einnahmequelle

"Energiekosten senken durch höhere Energieeffizienz", das war das Thema einer nationalen Konferenz am 23. Januar 2003  in Berlin. Sie wurde veranstaltet von 230 kommunalen Stadtwerken, die sich im Fachverband ASEW zusammengeschlossen haben, gemeinsam mit dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie.

Mit einem Memorandum wandten sich viele Tagungsteilnehmer an die Politik. Sie forderten konkrete Massnahmen zur deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz innerhalb der kommenden sechs Monate. Dies liesse sich kostenneutral, oft jedoch mit Gewinnen für Verbraucher und Volkswirtschaft verwirklichen. "Es gibt viele erfolgreiche Beispiele für erfolgreiche Effizienzprogramme in Deutschland und im Ausland. Die Politik muss jedoch einen Ordnungsrahmen schaffen, damit sich ein Markt für Energieeffizienz entwickeln kann". Dadurch würde Klimaschutz zu einem profitablen und arbeitsplatzschaffenden Unterfangen.

Zu den Erstunterzeichnern des Memorandums gehören Prof. Peter Hennicke (Präsident des Wuppertal-Instituts), Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Friedrich Seefeld (Berliner Energieagentur), Hermann Scheer (Eurosolar), Johannes Lackmann (Bundesverband erneuerbare Energien), Axel Berg (MdB), Helmfried Meinel (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen), Franz-Georg Rips (Deutscher Mieterbund), Michael Müller (Deutscher Naturschutzring), Horst Meixner (HessenEnergie), Klaus-Dieter Claunitzer (Bremer Energie-Institut), Ursula Sladek (EWS Schönau), Angelika Eckert-Pulwey (Verbraucherzentrale Bundesverband), Werner Neumann (Stadt Frankfurt), Prof. Uwe Leprich (Universität Saarbrücken), Reinhard Klopfleisch (ver.di Bundesvorstand), Holger Krawinkel (Vorstand der Energiestiftung des Landes Schleswig-Holstein), Maren Hille (Bremer Energie-Institut), Klaus Traube (BUND), Dieter Seifried (ehem. Öko-Institut), Jutta Koop (Deutscher Hausfrauenbund).

Memorandum für die Schaffung eines Energieeffizienzmarktes anlässlich der nationalen Konferenz Energieeffizienz

Die rot-grüne Regierung hat für die Solarenergie sehr viel erreicht. Die Bundesrepublik hat weltweitbei der Förderung erneuerbarer Energien einen Spitzenplatz errungen.

Bei der effizienten Energieverwendung sieht die Bilanz dagegen sehr ernüchternd aus. Ein Vergleich dessen, was in anderen Ländern für das Stromsparen getan wird mit den Aktivitäten in der Bundesrepublik lässt die Versäumnisse der letzten Jahre deutlich werden.

Eine gerade erschienene Studie des Wuppertal-Instituts zeigt, welche Kernbestandteile eine Energiesparkampagne nach internationalen Standards haben muss. Sie zeigt, welche Instrumente zur Verfügung stehen und mit Erfolg eingesetzt werden können. Sie schlägt ein Massnahmenpaket vor, mit dem in acht Jahren fünf bis zehn Prozent des Stromverbrauchs eingespart werden könnten. Das ist etwa soviel, wie alle erneuerbaren Energien insgesamt heute zur Stromerzeugung beitragen, einschliesslich Wasser- und Windkraft.

Ähnliche Programme liegen vor, um die enormen Energiesparpotentiale im Gebäudebestand zu erschliessen. Dort sind die Einsparmöglichkeiten noch viel höher. Entsprechende Programmvorschläge hat das Institut von Dr. Feist ausgearbeitet, dem Träger des Deutschen Umweltpreises des Jahres 2002.

Die Umsetzung verlangt keine kostspieligen, aber gezielte Förderprogramme. Sie lassen sich für Staat und Verbraucher mindestens kostenneutral, oft jedoch mit Gewinn für Verbraucher und Volkswirtschaft verwirklichen. Und sie geben wichtige Impulse für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Sie setzen aber den politischen Willen zur Veränderung voraus.

Eine Politik, die auf Nachhaltigkeit angelegt ist, darf diese Möglichkeiten nicht länger ignorieren.

Die Unterzeichner betrachten die Erhöhung der Energieeffizienz im Bereich Strom, Gas und Gebäudesanierung als aktuelle politische Aufgabe mit hoher Priorität. Sie fordern die Politik dazu auf, Massnahmen in der oben erwähnten Größenordnung zur Erhöhung der Energieeffizienz unverzüglich, spätestens innerhalb den kommenden sechs Monate in die Wege zu leiten. Mit der Durchführung von Effizienzprogrammen sollen von Politik und Energiewirtschaft unabhängige Institutionen beauftragt werden.

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