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Erfolgskontrolle nach Dämmung

Werden nach Dämmmaßnahmen die erwarteten Einsparungen wirklich erreicht? Oliver Stens zieht Bilanz nach einer Dämmung seines Wohnhauses.

(29. März 2013) Vor drei Jahren wurde unser Dreifamilienhaus mit 14 Zentimeter Styropor gedämmt. Nachdem mir verschiedene Handwerker unglaubliche Einsparungen voraussagten, entschied ich mich damals, selber nachzurechnen.

1100 1845 Oliver Stens

Energiespar-Experte Oliver Stens

Mit Hilfe von zwei Computerprogrammen simulierte ich zuerst den Verbrauch des Bestands. Das Gleiche folgte für die geplante Dämmung. Dazu nutzte ich zum Einen das kostenlose Lernprogramm Casanova, von dem in der letzten Energiedepesche berichtet wurde. Zum Anderen nutzte ich zusätzlich zur Kontrolle eine Software zur Erstellung eines Online-Bedarfsausweises.

Simulation mit Casanova

Problemlos war die Eingabe der Geometrie und der Fenster. Etwas unsicherer war die Abschätzung der U-Werte für die Außenwände, für das Dach sowie für die Kellerdecke aus Beton. Überfordert war ich bei der Abschätzung des Lüftungsverlusts, der ganz erheblich für den Heizaufwand sein kann. Den Luftwechsel kann man im Programm von 0 bis 10 Wechseln pro Stunde frei wählen. Mangels besserer Idee „eichte“ ich daher den Lüftungsaufwand mit dem bekannten Gesamtverbrauch an Gas. Nachdem alle anderen Parameter eingegeben waren, passte ich die Luftwechselrate so an, dass der vom Programm berechnete Gesamtverbrauch zu dem tatsächlichen Verbrauch der letzten drei Jahre passte. Damit ergaben sich etwa 30 Prozent für die Lüftungsverluste, was mir im Bereich des Möglichen schien.

1100 Haus

Für die geplante Dämmung berechnete mir Casanova für die betroffenen Wohnungen 7.000 kWh Einsparung. Tatsächlich ist der Verbrauch um 6.000 kWh gesunken, wenn man die drei Jahre vor und nach der Dämmung vergleicht.

Simulation mit Software für Bedarfsausweis

Hier kam eine Software zum Einsatz, die seinerzeit von einer Planungsgemeinschaft (ArchiNea) online bereitgestellt wurde. Die nötigen Eingaben waren ausführlich erläutert, wurden per Internet eingegeben und für etwa 150 Euro erhielt man am Ende einen Bedarfsausweis. Auch hier war die Eingabe der Geometrie einfach und zum Teil sogar etwas genauer als bei Casanova. Beispielsweise wurden auch unsere drei Dachgauben und unser unbeheizter Dachspitz erfasst. Zum Lüften wurden aber hier keine detaillierten Angaben abgefragt. Bereits der von der Software berechnete Heizenergieaufwand für das vorhandene, ungedämmte Haus traf die Wirklichkeit nur schlecht. Er lag doppelt so hoch wie der Tatsächliche.

Ich wollte trotzdem von diesem Programm eine Prognose für die zu erwartende Einsparung erhalten. Ich ergänzte die Dämmmaßnahmen und erhielt einen neuen Heizungsverbrauch. Da auch diese Einsparung gleichermaßen übertrieben hoch ausfiel, hielt ich es für plausibel, zwar die absoluten Zahlen zu verwerfen, aber die relative Veränderung durch die Dämmung als einigermaßen zuverlässig zu sehen. So nahm ich die vom Programm ausgespuckte prozentuale Einsparung und multiplizierte sie mit dem realen Heizenergieverbrauch. Danach wäre eine Einsparung von 12.000 kWh zu erwarten gewesen. Trotzdem lag das noch weit abseits der Realität, wie sich später herausstellte.

Fazit

Casanova war für mich ein gutes Hilfswerkzeug bei der Planung. Ohne umfangreiche Plausibilitätskontrollen und -korrekturen kommt aber leider oft ein verzerrtes Bild bei Verbrauch und Einsparung heraus. Trotzdem kann das Programm Casanova für versierte Nutzer mehr sein als ein reines Lernprogramm. Mit ausreichendem Hintergrundwissen ist es eine große Hilfestellung für energetische Sanierungsplanungen, die in Eigenregie laufen sollen.

Tatsächliche und prognostizierte Einsparung nach Dämmung in kWh/Jahr
Real Casanova Bedarfsausweis
Verbrauch vor Dämmung 34.000 34.000 60.000
Einsparung durch Dämmung 6.000 7.000 12.000

Ausführliche Unterlagen zur Vorgehenssystematik und die Casanova Berechnungsdateien stehen Mitgliedern im internen Bereich zur Verfügung.

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