News zum Thema Energiepolitik

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Die vergessliche Bundesregierung

(13. Januar 2017) Eine aktuelle Studie der Energy Watch Group hat die Klimapolitik der Bundesregierung untersucht und kommt zu einem schockierenden Ergebnis. In der Zusammenfassung der Studie heißt es: Im Jahr 2007 hatte der Weltklimarat die Weltgemeinschaft aufgefordert, spätestens bis 2015 eine Wende bei der Emission von Treibhausgasen einzuleiten, um dadurch den globalen Temperaturanstieg auf höchstens 2 bis 2,4 °C zu begrenzen.

1224 Knoten im Taschentuch / Foto: Fotolia.com/Maren Winter

2010 hatte die deutsche Bundesregierung daraufhin ein „Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ in Kraft gesetzt, das den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und einen Einstieg in erneuerbare Energien einleiten sollte. Das übergeordnete Ziel für das Jahr 2050 war als Resultat aus vielen Einzelmaßnahmen die Minderung der nationalen Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990.

Sechs Jahre später ist festzustellen, dass die nationalen Emissionen nur geringfügig zurückgegangen sind und dass der vorgegebene Emissionsminderungspfad seit 2010 in jedem Jahr überschritten wurde – 2015 mit knapp neun Prozent sogar deutlich.

Das Emissionsziel für 2020 wird vor dem Hintergrund der bisherigen Zielverfehlung nicht erreicht, das gleiche gilt für das Emissionsziel von 2035, wie der „Projektionsbericht 2015“ der Bundesregierung zeigt.

Im Dezember 2015 ist im Pariser Klimaschutzabkommen eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf möglichst 1,5 °C beschlossen worden. Dieses Ziel ist deutlich anspruchsvoller als das 2007 formulierte Ziel. Um das Pariser Ziel einzuhalten, sind eine Nullemissionswirtschaft sowie 100 Prozent erneuerbare Energien spätestens bis 2030 weltweit – und somit auch in Deutschland – umzusetzen, gekoppelt an eine Agenda zur Schaffung wirksamer Kohlenstoffsenken.

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Von Weizsäcker

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