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Bundespreis Verbraucherschutz 2017 für Dr. Aribert Peters
Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß (Seneca, 60. Brief an Lucilius).

Bundespreis Verbraucherschutz 2017 für Aribert Peters

Deutsche Stiftung Verbraucherschutz honoriert Engagement für Verbraucherrechte. Am 19. Juni 2017 hat die Stiftung den Bundespreis Verbraucherschutz auf dem Deutschen Verbrauchertag in Berlin an Dr. Aribert Peters verliehen. Der Gründer des Bundes der Energieverbraucher erhielt die Auszeichnung „Persönlichkeit des Verbraucherschutzes 2017“. Mit dem Preis wird auch das Engagement der vielen Tausend Vereinsmitglieder ausgezeichnet, die den Erfolg des Vereins ermöglichten.

(20. Juni 2017, ergänzt 26. September 2017) Eine hochkarätig besetzte Fachjury mit Vertretern aus Verbraucherorganisationen, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wählte die Preisträger aus. „Gute Beispiele sollen Schule machen. Deshalb zeichnet der Bundespreis Verbraucherschutz Persönlichkeiten und Projekte aus, die mit ihrem Engagement, ihren Ideen oder ihrem Erfolg vorbildlich sind. Wir ehren damit Pfadfinder des Fortschritts und Streiter für die Gerechtigkeit.“, so Heiko Maas, Bundesverbraucherschutzminister und Schirmherr des Preises.

„Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß“ Seneca, 60. Brief an Lucilius

Dr. Aribert Peters erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Persönlichkeit. Die Laudatio zur Verleihung hielt Friedeline Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg:

„Seit 30 Jahren engagiert Dr. Aribert Peters sich mit dem Bund der Energieverbraucher e.V. für die Rechte von Strom- und Gaskunden. Durch das Engagement seines Vereins konnten Energiepreise gesenkt werden, wodurch Verbraucher hunderte Millionen Euro einsparten. Seine Vision ist eine langfristig kostengünstige und sichere Energieversorgung und die Unabhängigkeit der Verbraucher von den Versorgern.“

2044 Preisverleihung 2017 an Dr. Aribert Peters / Foto: Bundespreis Verbraucherschutz

„Dr. Aribert Peters war oftmals unbequem. Im Laufe der Jahre hat er sich mit seinem Engagement und einem unermüdlichen Einsatz gegen Ungerechtigkeiten und für die Rechte der Energieverbraucher innerhalb der Energiewirtschaft nicht nur Freunde gemacht.

Dank seiner Aktivitäten sparten Verbraucher seit 1989 allein auf dem deutschen Gasmarkt jährlich mehr als 250 Millionen Euro – eine beachtliche Summe! Denn er hatte damals vor Gericht durchgesetzt, dass alle Gasrechnungen neu berechnet und in der Folge um mindestens zwei Prozent abgesenkt werden mussten.

Seine Beschwerde in Brüssel wegen der Privilegierung energieintensiver Unternehmen zu Lasten der Haushaltskunden führte 2014 sogar zu einem Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland.

Bereits zum 11. Mal wurde die „Trübe Funzel“ von ihm verliehen. Er prangert damit öffentlich besonders verbraucherunfreundliche Unternehmen, manchmal aber auch Politiker, an.

Die Stiftung Warentest bezeichnete ihn in Finanztest 4/2016 als den ‚Robin Hood‘ der Energieverbraucher.

Unser diesjähriger Preisträger ist

  • geboren am 25. November 1948,
  • aufgewachsen in Südbaden,
  • studierte in Tübingen und in Berlin Physik und
  • promovierte 1981 an der TU Berlin auf dem Gebiet der Stadt- und Regionalplanung.

Ungerechtigkeiten und die Ohnmacht der Verbraucher gegenüber übermächtigen Unternehmen beschäftigten ihn bereits früh und ließen ihn auch nicht mehr los.

‚Man muss für sein Recht kämpfen‘, sagte er einmal. Und das sollte zu seinem Lebensmotto werden.

Als Beamter auf Lebenszeit im öffentlichen Dienst gründete er im Jahr 1987 den Bund der Energieverbraucher und schaffte sich damit selbst einen eigenen, spannenden Job.

Seit der Gründung bis heute ist er dessen Vorsitzender. Rund 12.000 Mitglieder hat der Verein. Bürgerinnen und Bürger, aber auch viele Energieberater, Architekten und Ingenieure, Städte und Gemeinden, und so mancher bekannte Umweltpreisträger, verleihen dem Verband inzwischen Stimme und Gewicht in der öffentlichen Diskussion.

In den Anfangszeiten des Vereins – so erzählte er einmal in einem Interview – seien Verbraucherinteressen ‚in der Politik völlig unterbelichtet gewesen, die Verbraucher mussten nur zahlen.‘ Das war die Grundlage seiner Motivation, seiner unermüdlichen Arbeit für die Rechte der Energieverbraucher.

Aber ein nunmehr dreißigjähriges vorbildliches Engagement im Verbraucherschutz ist schwer zu loben.

So sagte der Schriftsteller Rainald Goetz bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises im Jahr 2015:
 ‚Lob ist schlecht. Es installiert ein Gefälle, eine Nähe, eine Anmaßung; und stellt auf ganz unerfreuliche Art in Frage, dass das Gelobte eben zu loben ist, weil es geglückt ist. Gelobt zu werden ist furchtbar, aber noch schlimmer ist es, wenn man versehentlich selber derjenige ist, der ein Lob äußert. Zustimmung schwächt, Kritik dagegen stachelt an, energiefiziert die Welt.‘

In diesem Sinne erlauben Sie mir eine persönliche Bemerkung:

Lieber Preisträger,

Sie haben die Energiewelt durch Ihre unermüdliche Arbeit für die Verbraucher ‚besser‘ gemacht. Herzlichen Dank dafür.
Wenn es Sie und den Bund der Energieverbraucher noch nicht gäbe, so  müsste man ihn schleunigst erfinden.

Der 3. Bundespreis Verbraucherschutz 2017 in der Kategorie ‚Persönlichkeit des Verbraucherschutzes‘ geht an Herrn Dr. Aribert Bernard Peters.

Meinen herzlichen Glückwunsch.“

Der Preisträger erhält eine Prämie von 15.000 Euro, die er dem Bund der Energieverbraucher e.V. zugutekommen lässt – 1.500 davon spendet der Verein für Solarleuchten in Afrika.

In seinen Dankesworten betonte der Preisträger, dass der Kampf um gerechte Strom- und Gaspreise noch nicht beendet sei: „Der EuGH entscheidet derzeit darüber, ob der Bundesgerichtshof europäische Verbraucherrechte einfach außer Kraft setzen darf. Es ist ein gutes Land, in dem offener Protest durch den Justizminister persönlich ausgezeichnet wird. Mut und Widerstand werden belohnt. Es ist ein gutes Land, im dem ein solcher Kampf mit Erfolg geführt werden kann. Ich danke allen Mitstreitern, ohne die unser Erfolg undenkbar gewesen wäre: Meinem Vereinsteam, den vielen guten und mutigen Anwälten auf unserer Seite, den vielen Aktiven in den Protestgruppen, den Mitkämpfern in den Verbraucherzentralen. Stellvertretend für viele möchte ich nennen Günter Hörmann, Jürgen Schröder, Leonora Holling, Kurt Markert und Thomas Fricke.“