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Berufsbild Energieberater

(01. Januar 2003) Energieberater/-innen ermitteln einen planvollen und günstigen Energieeinsatz in Privathaushalten, Institutionen und in Wirtschaftsbetrieben. Nach Erarbeitung eines individuellen Energiekonzeptes informieren sie ihre Kunden über die Möglichkeiten, Energie einzusparen und Energie optimal zu nutzen, sowie über den möglichen Einsatz so genannter alternativer, umweltgemäßer Energieträger - insbesondere bei Neubau, Modernisierung, Sanierung und gewerblichen Investitionsvorhaben.

Neben persönlicher Energieberatung unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten gehören auch öffentlichkeitswirksame Kurse und Vorträge zur Arbeit des Energieberaters.

Aus dem Alltag eines Energieberaters

Andreas Tampe, Stadtwerke Düsseldorf AG, kümmert sich beispielsweise um Privatkunden und kleinere Gewerbetreibende, die Strom, Gas, Wasser und Wärme einsparen möchten. Der gelernte Betriebsschlosser- und Instandhaltungsmeister für Turbinen und Pumpenanlagen, der eine einjährige Fortbildung zum qualifizierten Energieberater absolvierte, nennt die Hauptthemen seiner Beratungstätigkeit: "Trinkwasserinstallation, Heizungstechnik, Gebäudetechnik (beispielsweise Wärmedämmung), regenerative Energien wie Solarthermie, Photovoltaik, Wind- und Wasserkraftanlagen sowie Wärmepumpen und Regenwassernutzung.

Neben der Beratung kümmern wir uns um die Öffentlichkeitsarbeit, das heißt Kontaktpflege zu den Schulen hier im Raum, Vorträge, Präsentationen und Aktionen wie beispielsweise ein Stromsparwettbewerb mit dem Ziel, zwölf Prozent Verbrauch einzusparen", beschreibt der 38-jährige. Selbstverständlich, dass Energieberater bei diesen Tätigkeiten aus einem breiten und aktuellen Wissen über neue Technologien, deren Auswirkungen auf die Umwelt sowie Möglichkeiten, Kosten einzusparen, schöpfen. Auch die Gesetzeslage, die häufig Änderungen unterworfen ist, muss präsent sein. Andreas Tampe: "Es gehört zu unserer Arbeit, die jeweils neuesten Verordnungen und Förderprogramme zu kennen."

Energieberatung: Haushaltstechnik

Seine Kollegin Marianne Fuchs-Bilitzki ist Energieberaterin mit dem Schwerpunkt Haushaltungstechnik. Die studierte Diplom-Ökotrophologin kümmert sich unter anderem um die Wirtschaftlichkeit von Elektrogeräten, die in privaten Haushalten genutzt werden. "Am Anfang einer Beratung steht eine Verbrauchsanalyse - egal ob es sich um ein Radio oder einen Kühlschrank, eine Waschmaschine oder einen Fernseher handelt. Weitere wichtige Punkte sind das Nutzungsverhalten, beispielsweise der Verzicht auf die Stand-by-Funktion, sowie Informationen bei Neuanschaffungen von Geräten und zum Energielabel."

Energieberater sollten über technisches und wirtschaftliches Verständnis verfügen sowie kunden- und serviceorientiert sein. Bei ihrer Informations- und Beratungstätigkeit sind ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten erforderlich.

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht.

Viele Energieberater haben einen naturwissenschaftlichen oder technischen Hochschulabschluss, ein Diplom in Ökotrophologie, andere verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau oder Versorgungstechnik mit der Meister-Qualifikation. Darüber hinaus ist eine Weiterbildung zum Energieberater erforderlich. Die Einsatzmöglichkeiten für Energieberater sind vielfältig: Kommunale und private Energieversorger, die Verbraucherzentralen der Bundesländer, große Industrieunternehmen und Elektrogeräte-Hersteller. Energieberater können sich aber auch selbstständig machen - in beratender Funktion oder als Gutachter. Der Verdienst ist abhängig von der beruflichen Erstausbildung und dem Arbeitgeber.

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