Inhalt
Bad Kreuznach: 850 Unterschriften gegen Strompreis-Erhöhung
(30. Juni 2005) 850 Unterschriften gegen die Erhöhung der Energiepreise hat die Bad Kreuznacher Bürgerinitiative gestern Oberbürgermeister Andreas Ludwig als Aufsichtsratsvorsitzendem der Kreuznacher Stadtwerke überreicht. "Der Protest richtet sich in erster Linie gegen das Monopolverhalten und das unkooperative Verhalten der Stadtwerke", sagte Vorsitzender Gerd Cremer.
Die Initiative halte Preise, die zum 1. Juli wieder erhöht wurden, wegen der zu hohen Quersubventionierung für Bäderhaus und Thermalbad für nicht für marktgerecht und verlange deshalb eine Offenlegung der Kalkulation. Diese könne durch einen Treuhänder überprüft werden, damit nichts an die große Glocke komme - und wenn alles in Ordnung sei, ziehe die Initiative sofort ihren Protest zurück, unterstrich Reinhard Nühlen das Ansinnen. Die Strompreise seien nicht geprägt von den kleinen Stadtwerken, sondern von den großen Energieunternehmen und der Steuerpolitik, hielt Ludwig dagegen. Strom komme nicht einfach aus der Steckdose, sondern müsse gekauft werden. Er sei froh, dass die Stadtwerke florierten, sagte der Stadtchef. Sie gehörten immerhin zu den billigsten Anbietern der Region.
Er könne im übrigen Bürger nicht verstehen, die gegen die Errungenschaften seien, die die Badestadt und die Lebensqualität darin ausmachten. In diese Ecke wollen sich die Mitglieder der BI keinesfalls stellen lassen: Es gehe einzig um die Höhe der Subventionierungen, machte das Quartett klar.
Beide Seiten hatten im lebhaften Austausch über eine bislang unbefriedigenden Kommunikation geklagt, versicherten sich jetzt jedoch ausdrücklich Kooperationsbereitschaft. Eine Annäherung scheint jedoch nicht in Sicht: Für Ludwig kommt eine Offenlegung nicht in Frage. Die Bürgerinitiative für faire Energiepreise, inzwischen eingetragener Verein, will die geforderte Transparenz notfalls einklagen. Weitere Aktionen sollen jetzt von den derzeit 30 Mitgliedern abgesprochen werden.
Der gestrige Versuch, auch dem Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Canis das Unterschriftenpaket zu überreichen, scheiterte. Er sei für die Protestierenden nicht zu sprechen gewesen, teilte die Initiatve mit.
Heidi Sturm


