Neues Missbrauchsverfahren des Kartellamts
(25. September 2006) - Wegen wiederholter Drohung, einem Stromkunden die Versorgung zu kappen, hat Kartellamtschef Ulf Böge ein Missbrauchsverfahren gegen einen der vier großen Stromlieferanten eingeleitet. Das meldet die Nachrichtenagentur DPA. Der Kunde hatte von seinem Versorger den Billigkeitsnachweis des Stromtarifs verlangt und Geld zurückbehalten. Mit der Sperrdrohung werde "die einseitige Preisbestimmungsmacht durch den Monopolisten missbraucht", sagte Böge in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".
Das Kartellamt schritt damit erstmals wegen der sich häufenden Zahlungskonflikte zwischen Verbrauchern und Versorgern ein. "Wir wollen mit diesem Schritt die Sperrandrohungen von vornherein unmöglich machen", sagte Böge. Auf die Frage, welcher Energieversorger betroffen sei, sagte Böge: "Das können wir nicht sagen." Und er antwortete mit "Ja" auf die Frage: "Es war einer der vier großen Energieversorger Vattenfall, EnBW, RWE oder E.ON?"