"Bindung an Ölpreis schränkt Wettbewerb ein"
Monopolkommissionschef Basedow über Gaspreise
(7. Februar 2006) "Herr Professor Basedow, das Bundeskartellamt hat die Gaskonzerne ins Visier genommen. Behördenchef Ulf Böge verbietet Marktführer Eon Ruhrgas, mit den Stadtwerken langfristige Lieferverträge abzuschließen. Wird das den Wettbewerb ankurbeln und zu sinkenden Preisen führen?
Das Vorgehen des Kartellamts ist insofern Erfolg versprechend, als ein sehr großer Anteil der Gaslieferungen an die Stadtwerke langfristig festgelegt ist. Oft geht es dabei um Zeiträume von 15 oder 20 Jahren. Wenn aber die meisten Nachfrager auf dem Markt für so lange Zeiträume gebunden sind, gibt es faktisch keinen Platz für neue Gas-Lieferanten, die in den Markt hinein wollen. Kürzer laufende Verträge hätten den Effekt, dass sich von Zeit zu Zeit ein Teil der Stadtwerke nach neuen Bezugsquellen umsehen müsste.
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Auch die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis schränkt den Wettbewerb ein. Es wäre an der Zeit, gegen die Kopplung vorzugehen. Jeder Preisanstieg beim Öl - sei es durch Verknappung oder politische Unruhen - führt automatisch zu einer Verteuerung des Gases, obwohl dieser Brennstoff in viel größeren Mengen auf der Welt vorhanden ist als Öl.
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Dabei wäre es wünschenswert, dass die Menschheit mehr umweltfreundliches Gas verbrennt und weniger klimaschädliches Erdöl. Da die Gasvorräte überdies üppiger als die Ölreserven sind, ist anzunehmen, dass bei einer freien Preisbildung der Gaspreis weniger stark steigen würde als der Ölpreis.
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Gerade von russischer Seite wird berichtet, dass ein Teil der Gaslieferungen gar nicht an den Ölpreis gebunden ist."