DIW fordert Entkoppelung von Öl- und Gaspreis
Wirtschaftsforscher kritisieren die hohen Energiekosten
(8. Februar 2006) Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eine Entkoppelung von Öl- und Gaspreis gefordert. Die Preisbindung sollte aufgehoben werden, damit der Gaspreis sinken könne, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert gestern.
Die Iran-Krise könnte zu einem massiven Anstieg des Ölpreises führen, wodurch nach den geltenden Regeln auch der Bezug von Gas teurer werden würde.
"Wenn der Gaspreis weiter an den Ölpreis gekoppelt bleibt, dann wird er weiter steigen", sagte Kemfert. Die Energiepreise seien ein hoher Kostenfaktor, der die Gesamtwirtschaft belaste. Positive Impulse verspricht sich die Expertin von der Regulierung der deutschen Gasnetze durch die Bundesnetzagentur. "Der Verbraucher muss seinen Lieferanten frei wählen können." Durch den Wettbewerb könnte der Preis für Gas fallen. Daher sei auch das Verbot von langfristigen Gaslieferverträgen zu begrüßen.
Ob Preissteigerungen der Gasversorgungsunternehmen im Einzelfall sachlich gerechtfertigt sind, sei Sache kartellrechtlicher Prüfung, betont die Regierung. Das Bundeskartellamt und die Kartellbehörden der Länder prüften zur Zeit, ob Änderungen der Gasbezugskosten aufgrund der Ölpreisbindung gleichermaßen bei steigenden und fallenden Kosten an die Kunden weitergegeben werden.