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Kurztrips in Krisenzeiten In letzter Konsequenz finanzierten sie die feudalen Ausflugsreisen über ihre Gasabrechnungen

Kurztrips in Krisenzeiten

Nach derzeitigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln soll E.on Ruhrgas für seine treuen Abnehmer eine Art Reisebüro betrieben haben - und dabei zum Teil sehr bereitwillig auf die Wünsche seiner wichtigsten Großkunden eingegangen sein.

(21. Januar 2006) "Eine Praxis, die es offenbar nicht nur bei E.on Ruhrgas gab, sondern auch bei RWE. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass es sich bei den bezahlten Trips um ein Problem der gesamten Energiebranche handeln könnte. Ins Visier der Ermittler geraten ist auch die heute von RWE-Energy betriebene Thyssengas.
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Die Ermittlungen treffen die Energieversorger in einer Phase, die selbst krisenerprobte Manager als "Vorstufe zur Eskalation" umschreiben: Unterstützt von Verbraucherverbänden, gehen in der Republik Interessengemeinschaften gegen die ihrer Meinung nach horrenden Gaspreise vor. Die EU-Kommission fordert eine schnellere Öffnung der Gasmärkte in Europa. Und auch Kartellwächter wollen die Marktmacht des deutschen Oligopols stutzen.
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Angesichts solch massiver Bedrohungen scheint es nicht verwunderlich, dass bei den Unternehmen die Pflege der wichtigsten Großkunden ganz oben auf der Prioritätenliste angesiedelt ist. Um die 100.000 Euro ließ sich E.on Ruhrgas die Gruppenreisen von zehn bis zwölf Personen kosten. Teilweise wurden die lustigen Trips der Stadtwerke-Vertreter sogar von den kommunalen Versorgern selbst organisiert. Solange ein gaswirtschaftlicher Bezug zumindest in den Programmen zu erkennen war, sprang E.on Ruhrgas als großzügiger Finanzier ein und übernahm die Kosten - entweder ganz oder zu großen Teilen.

In letzter Konsequenz finanzierten sie die feudalen Ausflugsreisen über ihre Gasabrechnungen."

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letzte Änderung: 19.04.2023