Die Spitze des Eisbergs
(20. Januar 2006) Der Bund der Energieverbraucher sieht in der E.on-Ruhrgas-Affäre nur "die Spitze des Eisberges". Sein Vorsitzender, Aribert Peters, sagte der "Rheinischen Post", derartige Reisen seien "ein Grund dafür, warum die Stadtwerke so zögerlich auf andere, günstigere Bezugsquellen von Gas zurückgreifen".
Der Wirtschaftsrechtler Marcus Lutter hat bereits Konsequenzen aus der E.on-Affäre gefordert. "Es ist sehr problematisch, dass die Aufsichtsräte von kommunalen Unternehmen zumeist mit Politikern und nicht mit Fachleuten besetzt werden", sagte Lutter der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".
Lutter ist Professor des Bonner Zentrums für europäisches Wirtschaftsrecht und Mitglied der Cromme-Kommission, die im Auftrag der Bundesregierung Regeln für gute Unternehmensführung formuliert hat. Nach seiner Erfahrung werden die Aufsichtsräte von Stadtwerken oder kommunalen Wohnungsgesellschaften oft für ihre politische Treue belohnt und nicht wegen ihrer Fachkenntnis berufen. "An dieser Stelle muss einmal gründlich aufgeräumt werden", sagte Lutter.