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Stadtwerke scheren im Gasstreit aus Unter dem Druck des beginnenden Wettbewerbs bröckelt die über Jahrzehnte verfestigte Struktur der Gaswirtschaft. Örtliche Versorger setzen sich an mehreren Stellen von ihren Vorlieferanten ab

Stadtwerke scheren im Gasstreit aus

(17. Januar 2006) Unter dem Druck des beginnenden Wettbewerbs bröckelt die über Jahrzehnte verfestigte Struktur der Gaswirtschaft. Örtliche Versorger setzen sich an mehreren Stellen von ihren Vorlieferanten ab - einer Hand voll großer Ferngasunternehmen.

"Die Stadtwerke Aachen, Unna, Soest, Rosenheim und Ludwigshafen erklärten am Montag ihren Austritt aus dem federführenden Bundesverband der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW). Mehrere Städte im Ruhrgebiet planen, ihre Unabhängigkeit durch den Bau einer eigenen Pipeline zu stärken. Zugleich wagen sich Newcomer wie der niederländische Essent-Konzern vor. "Die Öffnung der Gasmärkte wird kommen. Daran ändern Spielchen wie in Monopolzeiten nichts", sagte Paul van Son, Chef der deutschen Tochter.

Der Streit entzündete sich am Rückzug des BGW aus einem Beratungskreis bei der Bundesnetzagentur. Die Behörde nutzt das Gremium, um in Abstimmung mit der Branche Regeln für den fairen Zugang zu den Gasnetzen festzulegen. Dabei steht sie unter Zeitdruck. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss das Modell bis 1. Februar stehen.
Die Blockadehaltung des BGW widerspricht massiv den Interessen unabhängiger Stadtwerke. Stattdessen sind es die großen Gaskonzerne, die von der Position des BGW profitieren würden", wetterte Dieter Attig, Chef der Stadtwerke Aachen, am Montag.
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Die rebellierenden Stadtwerke fordern ein Netzmodell nach dem Muster des europäischen Kommunalverbands Geode. Danach wäre der Zugang zu den Leitungen praktisch überall möglich. Rund 150 der 600 kommunalen Gasversorger in Deutschland stehen nach Angaben von Attig hinter dem Geode-Modell. "Stadtwerke könnten sich damit ihr Portfolio am Großhandelsmarkt selbst zusammenstellen und auf längere Sicht niedrigere Preise für den Endverbraucher erzielen", so Attig."
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Erschienen in der FTD

letzte Änderung: 19.04.2023