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Feuchteschäden durch die EnEV?

Fachgerecht ausgeführte Dämmung saniert Feuchteschäden und verursacht sie keineswegs.
Von Johannes Zink

(2002)

"Verbesserte Dämmung lässt Schimmelfälle in Wohnungen drastisch ansteigen."
"Wärmebrücken führen künftig vermehrt zu Feuchteschäden im Wohnungsbau."
"Die Gebäude werden nun so dicht, dass zwangsweise Lüftungsanlagen einzubauen sind."
Dies sind Schlagzeilen, die heute und in Zukunft die Diskussion um energieeffizientes Bauen beherrschen. Die Tatsachen sehen anders aus.

Erhöhter Wärmeschutz

Die Anforderung an den Wärmeschutz wird im Wohnungsbau nicht wesentlich erhöht, im Gegenteil. Das alte Mindestniveau wird fortgeschrieben. Ähnliches kann für die Erneuerung im Bestand festgestellt werden. Dort konnte sich der Gesetzgeber nur zu geringfügigen Verbesserungen bereit finden. Am Wärmeschutz wird es also nicht liegen, wenn künftig vermehrt Schimmelschäden befürchtet werden.

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Wie sieht"s hier aus mit der Wärmedämmung?

Abgesehen davon ist nach bauphysikalischem Kenntnis- und Erfahrungsstand zusätzlicher Wärmeschutz ein Faktor für erheblich verringertes Schimmel-Risiko.

Denn durch besseren Wärmeschutz erhöht sich die Temperatur der Innenoberflächen. Das senkt das Kondensationsrisiko. Das Gegenteil der landläufig auch in Baukreisen verbreiteten Wirkungskette ist also Realität: Dämmung (fachgerecht ausgeführt) saniert Feuchteschäden und verursacht sie keineswegs.

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Hier wird die EnEV bestimmt nicht eingehalten.

Auch deren Einsatz wird mit Erleichterungen im EnEV-Anforderungsniveau belohnt. Aufgabe ist in erster Linie die Sicherstellung eines dauerhaft angenehmen Wohnklimas in der Heizperiode, wie es selbst in ?undichten? Wohnungen nie anzutreffen war.

Voraussetzung für den Erfolg automatischer Wohnungslüftung ist allerdings eine sehr detaillierte Planung und Ausführung, wofür noch viel Erfahrung gesammelt werden muss.

Fazit

Die EnEV 2002 bietet dank eines sehr umfangreichen Rechenansatzes eine Vielzahl von Anreizen, Gebäude energieeffizienter auszurüsten. Das Anforderungsniveau insgesamt geht nicht entscheidend über die bisherige Praxis hinaus (z. B. Brennwertkessel, Lüftungs- und Solaranlagen wurden auch früher schon eingebaut).

Alle o. a. bauphysikalischen Nachweisgrößen der EnEV sind dazu geeignet, das Risiko von Schimmelbefall in Wohnräumen weiter zu vermindern. Für die Bekämpfung der vielfach auftretenden Schädigungen in Alt- und Neubauten sind gezielt zum Thema Lüftung Strategieen zu entwickeln sowohl bezogen auf die Nutzeraufklärung als auch hinsichtlich hochwertiger Planung und Ausführung von Lüftungsanlagen.

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