Die Liste Sparsamer Bürogeräte

Die Gemeinschaft Energielabel Deutschland legt ihre erste Liste vor. Nach schweizer Vorbild werden Bürogeräte und Fernseher des deutschen Markts bewertet.

(21. Oktober 2002) Bürogeräte verbrauchen den weit überwiegenden Teil ihres Stroms im Leerlauf. Standby-Schaltungen an Elektrogeräten verschlingen in Deutschland jedes Jahr über 20 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das ist etwa soviel wie zwei bis drei Atomkraftwerke im Jahr erzeugen oder alle Wasser- und Windkraftanlagen zusammen 1997 produziert haben.

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Mehrere Milliarden Mark zahlen die Verbraucher allein für die Bereitschaftsverluste von Fernseher, Video-, Hifi- und Bürogeräten an die Stromversorger.

Dieser Verschwendung Einhalt zu gebieten, hat sich die "Gemeinschaft Energielabel Deutschland" vorgenommen. Eine Senkung des Standby-Verbrauchs um 90% ist technisch machbar.

Nach dem Vorbild der Schweiz wird dazu ein Stromsparlabel für Geräte mit niedrigen Leerlaufverlusten eingeführt. Die Bewertungskriterien werden regelmäßig durch die europäische Dachorganisation "Group for Efficient Appliances" (GEA) festgelegt und jährlich aktualisiert. Die Kriterien werden so scharf bemessen, daß nur zwanzig bis dreißig Prozent aller am Markt befindlichen Geräte die Kriterien erfüllen.

Wenn ein Hersteller eines seiner Geräte mit dem verkaufsfördernden Label versehen will, muß das Gerät den für dieses Jahr festgelegten Kriterien genügen. Die Verbraucher müssen sich keine genauen Verbrauchszahlen merken. Sie können auf das Label vertrauen, das nur den sparsamsten Geräten jeder Klasse verliehen wird.

Schulungsraum

Sparen ist angesagt im Büro!

Nicht nur dem privaten Endverbraucher soll das Label das Energiesparen erleichtern. Auch die Großeinkäufer von Firmen und Verwaltungen sollen das GED-Label beim Gerätekauf berücksichtigen.
Wenn sich eine Firma bereiterklärt, die Liste zu berücksichtigen, dann gehört die Firma dadurch zur Gruppe der "fortschrittlichen Einkäufer".

Mit einer möglichst umfangreichen und prominent besetzten Liste soll den Herstellern ein klares Signal gesetzt werden. In der Schweiz gehören bereits der Schweizer Bankverein, die Stadtverwaltung St. Gallen, die Züricher Kantonalbank, uva. dazu.

Die Liste ist unter www.impulsprogramm.de/ged/ zu finden

Computer Sleep is good

Leerlauf oder stand-by?

Leerlaufverluste bezeichnen die Energieverbräuche von Geräten, bei denen keine notwendige Leistung erbracht wird oder die eigentliche Funktion nicht erfüllt wird. Die Verluste für Bereitschaft bzw. Bereitschaftshaltung (engl. stand-by) sind nur eine Art von Leerlaufverlusten.

So zählen z.B. nicht als Stand-by-Verbrauch Verluste durch unnötigen Dauerbetrieb (Rolltreppe, Beleuchtung in leeren Räumen), durch Erhaltungsbetrieb (Ladgeräte, Warmwasserspeicher) und Steuer- und Regelungsbetrieb (Zeitschaltuhren, Bewegungsmelder).

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