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Vor-Ort-Beratung
Auch Handwerker dürfen vor Ort beraten

Auch Handwerker dürfen vor Ort beraten

(20. März 2018) Seit dem 1. Dezember 2017 dürfen auch Handwerker und Mitarbeiter von Energieversorgern als Gebäudeenergieberater tätig sein und werden vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Bisher durften Handwerker keine geförderte Beratung anbieten. Denn wenn der Berater an einem potenziellen Auftrag etwas verdient, könnte er so beraten, dass er diesen Auftrag auch erhält und eignet sich damit nicht als neutraler Berater.

2190 Handwerker beim Renovieren / Foto: Aribert Peters

Hintergrund der Aufgabe der bisher unabhängigen Energieberatung ist der starke Rückgang von geförderten Vor-Ort-Beratungen in den letzten Jahren. Die Anzahl der Beratungen sank von 28.472 im Jahr 2008 auf nur noch 6.213 im Jahr 2017, also auf rund ein Fünftel. Ende 2014 wurden deshalb bereits die Förderbeträge deutlich erhöht, ohne dass sich die Beratungszahlen für die rund 6.200 zugelassenen Berater erhöht haben.

Um die Beratungszahlen zu erhöhen, wurde die Beraterunabhängigkeit geopfert. So hofft man auf eine höhere Zahl von Beratern und auch höhere Beratungszahlen. Nach den neuen Bestimmungen muss der Energieberater über besondere, definierte Qualifikationen verfügen und in der Energieeffizienz-Expertenliste seine berufliche Tätigkeit benennen. Provisionen oder andere geldwerte Vorteile darf er nicht annehmen. Er ist zudem zur Hersteller-, Anbieter-, Produkt- und Vertriebsneutralität verpflichtet. Eine Tätigkeit als ausführender Handwerker nach der Beratung ist jedoch nicht ausgeschlossen. Ob dabei im Einzelfall eine neutrale Beratung erfolgt, darf bezweifelt werden.

Die Zuschusshöhe bleibt unverändert bei 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, jedoch höchstens 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 1.100 Euro für Mehrfamilienhäuser.

Der Bund der Energieverbraucher hatte bereits vor Jahren ein gewerkeübergreifendes Sanierungsprodukt mit professionellen Abwicklungsprozessen, garantierten Einsparungen, garantierten Kosten und kürzeren Amortisationszeiten gefordert. Wie ein solches gewerkeübergreifendes Sanierungsprodukt aussehen kann, beschreibt die Stiftung Neue Verantwortung: bdev.de/snvsanierung