Energiepass

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Papiertiger oder Bettvorleger?

Schon in der Zeitung muss der Energieverbrauch von Häusern und Wohnungen angegeben werden. Aber wie viel sind diese Angaben wirklich wert? Der Energieausweis erreicht das selbst gesteckte Ziel jedenfalls nicht.

(5. Juli 2015) Immobilienanzeigen müssen bereits seit 2014 Daten zum Energieverbrauch des Gebäudes beinhalten. Inserenten, die sich seit dem 1. Mai 2015 nicht daran halten, müssen mit einem Bußgeld rechnen. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 15.000 Euro Bußgeld geahndet werden kann.

Vermieter und Verkäufer müssen das Baujahr des Hauses, den Energieträger der Heizung, den Endenergiekennwert aus dem Energieausweis und die Art des Ausweises nennen. Wurde der Energieausweis für das Gebäude nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt, muss zusätzlich die mit dem Ausweis bescheinigte Effizienzklasse veröffentlicht werden.

Eine Mogelecke ist in der Verordnung natürlich gleich auch eingebaut: Wenn kein Energieausweis vorliegt, muss er erst beim Besichtigungstermin vorgelegt werden. Bei Abschluss eines Miet- oder Kaufvertrags muss der Energiepass dem Mieter beziehungsweise Käufer zumindest als Kopie ausgehändigt werden. Auch wenn das nicht geschieht, berechtigt dies den Mieter später nicht zu einer Kürzung der Nebenkostenabrechnung.

650 Energieausweis / Foto: Pixelio.de/ehuth

Schlechter Ruf ist begründet

Der Energieausweis bietet aber nicht das, wozu er geschaffen wurde: Einen einfachen Vergleich der zu erwartenden Heizkosten. Mal davon abgesehen, dass in neun von zehn Fällen ein Energieausweis einem Mietinteressenten von vornherein gar nicht vorgelegt wird.

Der Mietinteressent kann mit dem Ausweis auch nur wenig anfangen. Zu Recht hat der Energieausweis deshalb einen denkbar schlechten Ruf als Papiertiger oder Bettvorleger. Die Stiftung Warentest schreibt: „Der unkomplizierte Vergleich von Heizkosten – wichtigstes Ziel des Gesetzgebers – ist selbst bei vorhandenem Energieausweis nur bedingt möglich“ (test 2/2015). Denn der Bedarfsausweis gibt nur einen theoretisch errechneten Verbrauch wieder, der mit dem tatsächlichen Verbrauch oft wenig zu tun hat. Und der Verbrauchsausweis, die zweite mögliche Variante, hängt von den Verbrauchsgewohnheiten ab, die je nach Mieter unterschiedlich sein können und die Heizkosten stark beeinflussen. Beide Varianten spiegeln eine Exaktheit vor, die es nicht gebe, so die Stiftung Warentest.

Ist eine Dämmung vorgeschrieben?

Anders als viele Mieter glauben, verpflichtet die Energieeinsparverordnung den Vermieter keineswegs zur Dämmung seines Hauses. Lediglich wenn mehr als zehn Prozent der Fassade erneuert werden, muss gleichzeitig auch gedämmt werden. Auch eine Heizungserneuerung schreibt die Energieeinsparverordnung nicht vor. Nur Heizkessel, die bis Ende 1984 eingebaut wurden, müssen ausgetauscht werden. Aber auch hier gibt es viele Ausnahmeregelungen.

Selbst wenn der Vermieter die Energieeinsparverordnung nicht einhält, berechtigt das den Mieter nicht zu einer Mietminderung. Zum Beispiel wenn die oberste Geschossdecke nicht gedämmt wird. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Köln hervor (Az. 10 S 48/14).

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