Debatte: "Tank oder Teller" falsch
(24. Mai 2008) Nicht nur auf der UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn wird die Debatte um Vor- und Nachteile der Bioenergie kontrovers geführt. Mittlerweile haben sich viele undifferenzierte Ansichten und Halbwahrheiten in der öffentlichen Wahrnehmung verankert.
Etwa das Zerrbild "Tank oder Teller": Demnach werden Menschen in Entwicklungsländern Nahrungsmittel vorenthalten, damit die Bewohner reicher Industrieländer ihre Autos mit Biosprit betanken können. Oder der Vorwurf, der Anbau von Energiepflanzen geschehe stets in Monokulturen und schade der Biodiversität.
Viele der Vorwürfe sind bei näherer Betrachtung nicht haltbar oder müssen zumindest stark relativiert werden. So werden die Preissteigerungen auf dem Weltagrarmarkt vielfach den Biokraftstoffen angelastet, obwohl nur ein Bruchteil der Ernte dafür genutzt wird.
Die steigende Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln treibt die Preise dagegen deutlich stärker nach oben. Den Schwellen- und Entwicklungsländern kann heimisch produzierte Bioenergie letztlich sogar helfen, ihre Landwirtschaft (wieder) aufzubauen und ihre Abhängigkeit von teuren Energieimporten zu vermindern.
Und wer spricht schon davon, dass Energiepflanzen einen sinnvollen Bestandteil der traditionellen Fruchtfolge auf den Feldern bilden können? So darf beispielsweise Raps nur in drei- bis vierjährigem Abstand auf derselben Fläche angebaut werden und nicht in Monokulturen. Die Beispiele zeigen, dass im Bereich Bioenergie häufig eine eingeengte Sichtweise den Blick auf die Gesamtzusammenhänge verstellt.
Begleitend zur UN-Biodiversitätskonferenz gibt deshalb nun eine innovative Broschüre sachliche Antworten auf gängige Vorbehalte. Direkt zur Broschüre: Der volle Durchblick in Sachen Bioenergie