Gas 24% teurer, weitere Anstiege zu erwarten
(11. März 2008) Seit dem 1. April 2007 hätten 475 der 741 Gasversorger in Deutschland ihre Preise um bis zu 24% erhöht, meldet die "Bild am Sonntag". 102 Versorger hätten ihre Preise seit dem 1. April 2007 unverändert gelassen, 162 ihre Preise um bis zu 8,7% gesenkt.
Besonders günstig sei das Gas der niedersächsischen Stadtwerke Buxtehude, wo ein Vier-Personen-Musterhaushalt für 20.000 kWh pro Jahr bei 15 kW Heizleistung im Wahltarif "SWB Gas plus" 1104 Euro zahle, bei den Stadtwerken Stade mit 1122 Euro, den Stadtwerken Pforzheim mit 1150 Euro sowie Stadtwerken Lippstadt und Rinteln mit je 1154 Euro.
Am teuersten sei das Gas nach den Stadtwerken Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern mit 1648 Euro bei den Stadtwerken Weißwasser mit 1640 und den Stadtwerken Weißenburg mit 1604 Euro. Der Unterschied zwischen Buxtehude und Pasewalk liege bei 49,3%.
Die Gaskunden in Deutschland müssen sich trotz der jüngsten Tariferhöhungen auf eine weitere Preisrunde in den nächsten Monaten einstellen. Der Gaspreis werde wegen des hohen Ölpreises bis Ende des Sommers noch einmal um 10% steigen, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin.
Durch die nicht mehr zeitgemäße Ölpreisbindung sei Gas heute schon fast doppelt so teuer wie angemessen, so das DIW. Das Gasangebot sei so groß, dass der Preis bei einem Handel an der Börse 40% niedriger liegen könne.
Auch Strom werde in den nächsten Monaten noch einmal um durchschnittlich 5% teurer. Benzin, Heizen und Strom seien teilweise schon heute vor allem für einkommensschwache Haushalte ein Luxusgut.