Verbraucherschützer: Dagobert-Treppe der Strompreisentwicklung
"Haltet den Dieb"- Argumente der Stromwirtschaft
(8. Juni 2004) - Die Daten des Statistischen Bundesamtes zur Strompreisentwicklung privater Haushalte zeigen seit 2000 einen treppenförmigen Anstieg der Strompreise.

Selbst nach Abzug der Stromsteuer zeigt sich ein Anstieg der Preise seit 2000 um mehr als 1,5 Cent je Kilowattstunde. Die gestiegene Vergütung von Windkraftstrom ist als Erklärung untauglich. Denn die Strompreise waren auch im Jahr 2000 durch das Stromeinspeisegesetz belastet. Der Vergütungsanstieg für Erneuerbare schlägt höchstens mit einem viertel Cent je Kilowattstunde zu Buche. Während Steuern und Abgaben den Bürgern zugute kommen, verbleiben die höheren Strompreise bei den Unternehmen.
"Der Anstieg der Strompreise seit dem Jahr 2000 hat nichts mit höheren staatlichen Abgaben oder Steuern zu tun. Denn selbst nach deren Abzug zeigt sich ein deutlicher Anstieg des der Stromwirtschaft verbleibenden Betrages", kommentiert Aribert Peters, der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, "Während die übrige Wirtschaft einen Höchststand an Insolvenzen verzeichnet, kassiert die Stromwirtschaft und schiebt das dann auch noch auf den Staat. Ein peinliches Abblenkungsmanöver nach dem Motto "Haltet den Dieb"". Durch überhöhte Strompreise werde der übrigen Wirtschaft und den Verbrauchern Kaufkraft entzogen.
115.000 Arbeitsplätze durch überhöhte Strompreis vernichtet.
Zudem entziehen die überhöhten Strompreise den Verbrauchern Kaufkraft. Der Bund der Energieverbraucher hat abgeschätzt, dass durch angemessene Strompreise 115.000 neue Arbeitsplätze entstehen würden.
Bau neuer Kraftwerke schon bezahlt
Im Strompreis der Haushaltskunden ist seit Jahrzehnten ein erheblicher Betrag für den Ersatz alter Kraftwerke durch neue Anlagen enthalten: Die Abschreibungen. "Diese Beträge müssen jetzt auch zweckentsprechend eingesetzt werden. Es geht nicht an, dass Verbraucher den Kraftwerksneubau ein zweites Mal bezahlen müssen", kritisiert der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters.