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Abenteuerliche Preiserhöhungen Regionaler Preisvergleich

Happige Erhöhung

(28. März 2005) - Die Stromkostensteigerungen im Januar 2005 in Nordrhein-Westfalen fallen deutlich geringer aus, als von vielen Energieversorgern geplant. Beantragt wurden zum Teil außergewöhnlich hohe und sogar "recht happige" Erhöhungen um bis zu neun Prozent. Bei drei Viertel der Bescheide hat das Wirtschaftsministerium daher Korrekturen nach unten vorgenommen. Elf Anträge seien daraufhin sogar zurückgezogen und nicht neu eingereicht worden.

Bundesweit wurde der Strom zum Jahresanfang in Deutschland teurer. Der Aufschlag beträgt in Einzelfällen bis zu acht Prozent, meist aber zwischen drei und fünf Prozent. Besonders tief in die Tasche greifen müssen die Stromverbraucher in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hamburg und Sachsen. Deutlich günstiger kommen die Bayern davon.

Verbraucherschützer kritisierten die Preissteigerungen als "abenteuerlich". In Rheinland-Pfalz stiegen die Strompreise nach Angaben des Mainzer Wirtschaftsministeriums ab dem 1. Januar 2005 je nach Versorger zwischen 2,8 und acht Prozent. Alle 73 regionalen Stromversorger im Land hätten Preiserhöhungen beantragt, berichtete Wirtschaftsminister Hans Artur Bauckhage (FDP). Das Ministerium habe die Anträge geprüft und in 93 Prozent der Fälle die geplanten Erhöhungen als zu hoch eingestuft. In den revidierten Anträgen seien die Preiserhöhungen dann deutlich niedriger ausgefallen. Wirtschaft und Verbrauchern werde so wahrscheinlich ein zweistelliger Millionenbetrag erspart.

Spieglein: Wer ist der Teuerste im ganzen Land …

Die Strompreise beschäftigen die Öffentlichkeit wie selten zuvor. Der Stromrechner Verivox hat sich alle Stromversorger in Deutschland angesehen und die Preise zum Stichtag 1. Februar 2005 verglichen. Dem Vergleich lag ein jährlicher Durchschnittsverbrauch von 3.000 Kilowattstunden zugrunde.

Preise 2005: Mit 632,22 Euro pro Jahr ist der Allgemeine Stromtarif der EnBW der teuerste in unserem Vergleich. Die EWE AG ist mit 539,30 Euro um circa 14,7 Prozent günstiger. enviaM (617,09 Euro) und ESAG (612,27 Euro) folgen im Vergleich der teuersten Stromanbieter Rang 2 und 3.

Vergleich mit 2000: Interessant ist die Preisentwicklung der Allgemeinen Tarife seit 2000. Hier mussten die Stuttgarter (früher Neckarwerke, heute EnBW) mit 44,93 Prozent die höchste Preiserhöhung hinnehmen. Auch die Pfalzwerke haben deutlich zugelangt: Sie führen nicht nur die Liste der höchsten Preiserhöhungen 2005 an, sondern belegen auch mit einer Preiserhöhung von 32,18 Prozent Rang zwei im Vergleich mit 2000. Auf Rang drei finden sich die Stadtwerke Düsseldorf, deren Preise seit 2000 um 31,42 Prozent anstiegen.

Anbieter Kosten Anstieg 2000-2005 Erhöhung 2005
EnBW (Stuttgart) - früher: Neckarwerke Stgt 632,22 44,93% 3,43%
Pfalzwerke 588,30 32,18% 7,20%
SW Düsseldorf AG 580,88 31,42% 6,43%
RWE Westf.-Weser-Ems 583,38 30,26% 5,82%
swb Bremen 604,68 26,84% 4,63%
entega 581,28 25,48% 5,02%
Sw Duisburg 591,49 25,45% 4,95%
DREWAG 589,43 25,09% 6,99%
E.ON Bayern - früher: ÜW Unterfranken 566,45 22,64% 4,02%
Sw Leipzig 611,69 22,40% 3,36%
DEW 573,24 21,38% 4,08%
Mainova 590,94 20,77% 2,79%
EnBW (Rest) 632,22 20,39% 3,43%
Bewag 598,98 20,15% 4,94%
EWE AG 539,30 18,87% 6,20%
enviaM - früher: envia Energie 617,09 18,24% 6,64%
S/BB energis 607,50 17,75% 4,38%
GEW Rhein 557,73 17,31% keine Erhöhung
ESAG 612,27 17,13% 6,03%
SW Hannover 563,90 16,52% 4,89%
AVACON (Niedersachsen) 547,30 16,07% 5,33%
enviaM - früher: MEAG 617,09 14,83% 6,64%
HEW 600,75 14,47% 4,49%
Sw München 589,04 13,92% 3,97%
AVACON (Sachsen-Anhalt) 580,30 13,64% 5,07%
E.ON Bayern - früher: OBAG 566,45 10,63% 4,02%
E.ON Bayern - früher: ISAR-Amperwerke 566,45 10,63% 4,02%
N-ERGIE 549,17 9,06% 2,87%
e.dis 605,50 7,68% 2,92%

Netznutzungsentgelte 2004 und 2005: Durchschnitt aller Netzbetreiber. Für Privathaushalte beträgt das Netznutzungsentgelt bei 4.500 kWh Jahresverbrauch rund sieben Cent/kWh. - Quelle: Verivox.

letzte Änderung: 06.07.2015