Verbraucherverband hält Gaspreiserhöhungen für unbegründet
(15. Dezember 2004) - Der ddp.vwd meldet, dass die jüngsten Gaspreiserhöhungen nach Ansicht des Bundes der Energieverbraucher "unbegründet und unangemessen" sind. Der Interessenvertreter der privaten und kleingewerblichen Energieverbraucher verwies am Mittwoch darauf, dass die Erdgas-Importpreise im Zeitraum Januar bis Oktober im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent gesunken seien. Lediglich im Oktober hätten die Preise um sechs Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen. Auf eine Weitergabe der günstigen Einkaufspreise warteten die Verbraucher bisher vergebens, erklärte der Verbandsvorsitzende Aribert Peters.
Statt die Preise zu senken hätten die meisten örtlichen Gasversorger im Oktober etwa die vierprozentige Preiserhöhung von Ruhrgas für eine aus Sicht des Verbandes völlig überzogene Erhöhung der Haushaltsgaspreise zum Anlass genommen. Angemessen wäre eine Erhöhung um etwa ein Prozent gewesen. "Die Gasversorger haben bei der Preisgestaltung offenbar jedes Maß verloren", kritisiert Peters. Die nächsten Preisanhebungen seien bereits angekündigt.
Der Bund der Energieverbraucher ist der Überzeugung, dass die Gaspreise bereits vor der Erhöhung um etwa zwanzig Prozent zu hoch lagen. Das zeigt sich nach Ansicht des Vereins unter anderem an den Preisunterschieden zwischen den verschiedenen Gasversorgern, die über 30 Prozent betragen und damit den vorhandenen Spielraum zeigen. In vielen anderen europäischen Ländern mit vergleichbarer Struktur müsse deutlich weniger gezahlt werden. Besonders die Preise für Privatkunden seien überhöht, hob Peters hervor.