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Das Gas wird in Essen ab April teurer Weitere Preiserhöhungen angekündigt

Das Gas wird in Essen ab April teurer

(17. März 2005) Ab dem 1. April erhöhen die Stadtwerke den Gaspreis um rund sechs Prozent. Für eine durchschnittliche Wohnung bedeutet das drei Euro pro Monat mehr. Für das gängige Ein-Familien-Haus müssen fünf Euro mehr bezahlt werden.

Schon im letzten Jahr gab es Proteste gegen die Preisgestaltung der Stadtwerke. "Wir haben etwa 1500 Kunden, die der Auffassung sind, dass wir uns bereichern", sagt Stadtwerke-Chef Bernhard Görgens. Um dagegen zu halten, schaltete er die Wirtschaftsberatung Wibera ein. "Die Prüfer kamen inzwischen zu dem Schluss, dass wir im Oktober 2003 unseren Gaspreis nicht hätten senken müssen - was wir getan haben -, desgleichen im Januar 2004. Und die letzte Preiserhöhung im Oktober 2004 hätte höher ausfallen dürfen." Von diesen Prüfungsergebnissen werden nun auch die Skeptiker schriftlich unterrichtet. Die haben ihre Rechnungen nach der letzten Preiserhöhung nur unter Vorbehalt bezahlt. Einige froren sie auf dem alten Stand ein. Görgens: "Wir werden für diesen Kreis eine ganz normale Endabrechnung erstellen. Wer dann nicht bezahlt, muss wie jeder andere Säumige damit rechnen, verklagt zu werden."

Die Erhöhung auf jetzt 0,31 Cent pro Kilowattstunde betrifft in Essen rund 150 000 Haushalte. Begründet wird der Anstieg mit Preisanhebungen durch den Vorlieferanten (Eon-Ruhrgas), der seinerseits die in Europa weithin übliche Kopplung an die Ölpreisentwicklung geltend macht. Danach hätten die Stadtwerke bereits zu Beginn des Jahres den Erdgaspreis anheben können. "Wir haben darauf verzichtet, weil wir uns in einem Wettbewerbsumfeld sehen. Dieser Verzicht in einer Zeit, in der wir unser Hauptgeschäft machen, hat uns allerdings drei Millionen Euro gekostet." Aller Voraussicht nach werden die Verbraucher in diesem Jahr noch einmal mit einem höheren Gaspreis zur Kasse gebeten. Denn damit bei den Stadtwerken die Gasrechnung 2005 aufgeht, benötigen sie einen Preis von 0,54 Cent pro Kilowattstunde. Ob der in voller Höhe von den Kunden verlangt wird, ist allerdings noch offen. Görgens: "Wir haben vor, unsere betrieblichen Kosten zu senken." Damit verbunden sei auch ein Stellenabbau bei den Stadtwerken. 17.03.2005

Von Michael Friese, aus: WAZ Essen

letzte Änderung: 19.04.2023