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Wird die Gemeinde Lindlar zum Gaspreisrebell? Bürgermeister Tebroke bedankte sich für den konstruktiven Vorschlag und versprach, die Sache prüfen zu lassen

Wird die Gemeinde Lindlar zum Gaspreisrebell?

(12. Januar 2006) LINDLAR. Gut 80 Gaspreiskunden aus Lindlar haben die vergangenen Preiserhöhungen ihres Gasversorgers nicht mehr mitgemacht. Als so genannte "Gaspreisrebellen" haben sie per Einspruch die so genannte Billigkeit der Erhöhungen (§ 315 BGB) in Zweifel gezogen und die Überweisungen reduziert. Viele zahlen lediglich den Gaspreis vom September 2004, als der "Bund der Energieversorger" eine deutschlandweite Protestaktion gegen die Preiserhöhungen startete.

"Aus unserer Sicht sind die Gas- und Strompreise um 20 bis 30 Prozent zu hoch", sagte der Vorsitzende des "Bundes der Energieverbraucher", Dr. Aribert Peters, jetzt vor rund 150 Zuhörern einer Protest- und Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Lindlar "Gaspreise runter". Allein im Saal waren weit mehr als 80 Protestkunden versammel. Die von Versorger genannte Zahl von 80 Protestkunden dürfte also wie so vieles andere einfach falsch sein.

"Wir würden ja mehr für Energie zahlen, wenn mit dem Geld etwas Vernünftiges getan würde, beispielsweise regenerative Energien gefördert", so Peters. Stattdessen, so die Gaspreisrebellen, profitierten von den Preiserhöhungen insbesondere die großen Energieversorger, die immer höhere Gewinne verbuchten. Um 61,49 Prozent sei der Gaspreis im Gebiet der Gasversorgung Lindlar GmbH (GVL) allein seit Ende 2002 gestiegen, rechnete Interessengemeinschafts-Sprecher Ulrich Hippchen vor - und konfrontierte damit bei der Podiumsdiskussion auch die Vertreter der Lindlarer Ratsfraktionen und Bürgermeister Dr. Hermann-Josef Tebroke.
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"Als ich damals zuerst gegen die Gaspreiserhöhung gestimmt habe, hat man mir Paragraphen unter die Nase gehalten und mir gesagt, dass ein Aufsichtsratsmitglied eine Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen hat", erklärte SPD-Fraktionschef Jürgen Dreiner-Wirz, der zusammen mit CDU-Fraktionschef Erich Eschbach und Bürgermeister Tebroke die Lindlarer Seite im GVL-Aufsichtsrat vertritt. Auch Tebroke hatte damals zunächst gegen die Gaspreiserhöhung gestimmt.
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Die Gemeinde Lindlar könne sich ja ebenfalls den Gaspreisrebellen anschließen und ihre Gasrechnungen nach den Preiserhöhungen nicht mehr in voller Höhe bezahlen, schlug ein Zuschauer vor. Schließlich hätten die Bürger indirekt auch die Energiekosten der Gemeinde zu finanzieren. Bürgermeister Tebroke bedankte sich für den "konstruktiven Vorschlag" und versprach, die Sache prüfen zu lassen.
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Wie lange der Gasversorger es denn noch hinnehmen wolle, dass die Gaspreisrebellen seit anderthalb Jahren nur einen reduzierten Gaspreis bezahlen, wollte einer der Gaspreisrebellen wissen. Dass bislang niemand von ihnen wegen der reduzierten Zahlungen verklagt worden sei, zeige die Angst des Gasversorgers, in einem Verfahren seine Preiskalkulation offen legen zu müssen, äußerten mehrere Gaspreisrebellen.

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letzte Änderung: 19.04.2023