Erdgas: Deutsche und Russen bauen Ostseepipeline aus
Transit durch Ukraine soll umgangen werden

Erdgas: Deutsche und Russen bauen Ostseepipeline aus

(19. Juni 2015) Sanktionen hin oder her – wenn es um das ganz große Geschäft geht, geht so einiges in den deutsch-russischen Beziehungen. Der neueste Big Deal betrifft den Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream. Daran beteiligt sind auf russischer Seite der Energiekonzern Gazprom, auf deutscher Seite EON. Mit im Boot sitzen der britisch-niederländische Energiekonzern Shell und der österreichische Energiekonzern OMV.

311 Pipeline-Stränge Nordstream Foto: Nord Stream AG

Foto: Nord Stream AG

Nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt soll damit vor allem der Transport durch die Ukraine umgangen werden. Die beiden Pipelines führen von Russland nach Greifwald und haben eine jährliche Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern.

Damit steigt die Abhängigkeit der EU und insbesondere Deutschland von russischem Erdgas weiter (mehr dazu hier). Nach Gazprom-Angaben lag die hierher gelieferte Gasmenge 2014 um rund 12 Prozent höher als im Vorjahr. Deutsche Unternehmen bezogen nach Angaben des Energiehändlers ISPEX im Mai 2015 sogar 68 Prozent mehr Gas von Gazprom als noch im Mai 2014.